Als ich in Australien ankam, war ich noch nicht mal zwei Jahre alt. Meine Eltern und ich waren Flüchtlinge. Jüdische Flüchtlinge. Meine Mutter und mein Vater waren in Nazi-Ghettos eingesperrt gewesen, in Arbeitslagern und Todeslagern. Wir lebten mit mehreren anderen jüdischen Vernichtungslager-Überlebenden und ihren Kindern im selben Haus. Dieses Haus war erfüllt von Trauer. Aber auch von Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass dieses Land uns gerettet hatte und es uns ermöglichte, so normal aufzuwachsen, wie es nach so viel katastrophalem Hass, Horror und Verlust eben möglich war.
