SZ 09.02.2026
15:34 Uhr

(+) NS-Kunst: Die Rückkehr der Nazi-Kunst


In vielen Ländern erstarken rechtsradikale Strömungen – ist es ein Zufall, dass das Interesse an NS-Kunst steigt? Besuch bei der German Art Gallery und einem Galeristen, der ein gutes Geschäft macht, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben.

(+) NS-Kunst: Die Rückkehr der Nazi-Kunst
Der Bildhauer Arno Breker gilt als einer der prominentesten Künstler, die im nationalsozialistischen Deutschland Kunst im Sinne der Machthaber schufen. (Foto: Imago/United Archives /kpa Keystone)

Im Haus brennt der Kamin aus dem Jahr 1836 gemütlich. Die Türen zum Garten stehen offen. Der Galerist raucht zwischendurch immer wieder seine Zigarre. „Stellen Sie sich bitte vor dieses Gemälde und schauen Sie einmal Richtung Garten.“ Überall hängen Gemälde, und in jeder Ecke des Hauses stehen zwei oder drei Skulpturen. So viele, dass man kaum einen Moment hat, um sich von ihnen wirklich durchdringen zu lassen. Und schwups: Mit einem Grinsen hat die Frau des Galeristen ein Foto von uns geschossen. Ganz harmlos. Doch dann zeigt sie mir ein anderes Bild auf ihrem Handy. Ich erschrecke, denn ich sehe Adolf Hitler und Heinrich Hoffmann genau vor Claus Bergens „Wiedererstanden, U-26 stehen, so, wie wir es vor einer Minute getan haben. Der Galerist und seine Frau lachen laut. Dass sich diese Szene so leicht wiederholen lässt, ist kein Zufall, sondern zeigt vielleicht genau das Problem. Bin ich gerade, ohne es zu wissen, Teil einer Normalisierung der NS-Kunst geworden?

Der Neurowissenschaftler und KI-Unternehmer Gary Marcus warnt seit Jahren, dass der Boom der künstlichen Intelligenz auf einem Missverständnis beruht. Jetzt häufen sich auffällig die Stimmen, die auf seine Linie einschwenken. Ein Gespräch.

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