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21.11.2025
16:24 Uhr
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Bei einem offiziellen Vorversuch baut sich prompt ein kleiner Teil der gewünschten Welle auf. Ob der eingebrachte Kies allerdings den Durchbruch bedeutet, soll erst später bekannt gegeben werden. Was gerade geschieht.

Als die in Neoprenanzügen gewandeten Surfer unter der Anleitung von Robert Meier-Staude das erste kurze Brett in den Eisbach lassen, zeigt sich binnen Sekunden ein Effekt: Wo es vorher schäumte, türmt sich nun wieder eine grüne Welle auf. Das überrascht nicht: Dass Bretter diesen Effekt haben, ist Insidern schon lange und der Öffentlichkeit spätestens seit der Nacht-und-Nebel-Aktion bekannt, bei der vor zwei Wochen Surfer mit einer künstlichen Rampe wieder eine surfbare Welle erzeugt haben – natürlich dokumentiert in den sozialen Medien.
Diesmal läuft bei winterlicher Kälte und Schneeregen ein offizieller „Vorversuch“, wie man die Welle wieder dauerhaft herstellen könnte. Die Idee ist, einen Einbau vorübergehend in die Talsohle der Welle zu setzen, um die Strömung zu beruhigen und dann gezielt Kies einzubringen, ohne dass dieser wieder weggespült wird. Denn Experten vermuten, dass bei der jüngsten Bachauskehr zu viel Sediment abgetragen wurde und somit der Welle der „Kick“ fehlt.
Robert Meier-Staude ist Professor an der Hochschule München, Wellenexperte und selbst Eisbachsurfer. An diesem Freitag will er der Presse nicht erklären, was genau da an der Welle passiert. Man kann ihn aber beobachten, wie er erst eine Skizze auf einem Flipchart fertigt und sich danach mit Vertretern der Surf-Community an die Arbeit macht, dabei jeden Schritt mit dem Tablet dokumentiert. Die Männer bringen Bretter verschiedener Größe ins Wasser, schaufeln mal groben Kies in die Gischt und werfen auch größere Wackersteine hinein.
Für den Versuch hat er sich beim Referat für Klima- und Umweltschutz eine Genehmigung besorgt. Der Vorversuch zieht sich hin, nach zweieinhalb Stunden machen die Wellenretter erst einmal eine Pause, später soll es weitergehen. Die Schar der Schaulustigen und Pressevertreter verflüchtigt sich, was anscheinend beabsichtigt ist, eigentlich wollten die Beteiligten den Vorversuch ohne große Aufmerksamkeit erledigen, wie zu hören ist. Wie das Experiment ausgegangen ist, soll erst später bekannt gegeben werden.
Ginge es nach Martin Grün vom erst kürzlich gegründeten Surfclub München (nicht zu verwechseln mit der Interessengemeinschaft Surfen in München), hätte man sich den Vorversuch sparen und einfach eine Rampe einbauen können. Aber dies sei nun mal das Prozedere der Stadt.
Brigitte M. wurde ihre Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt. Ihr Fall verdeutlicht ein Problem, das im Großraum München immer mehr zunimmt.
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