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23.12.2025
14:28 Uhr
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Advent und Weihnachten sind Tage voller Verheißung, aber auch voller Gefahren und Fallstricke. Erst recht, seitdem ein neues Gscheidhaferl mitmischt.

Das Fernseh-Unikum Verona Pooth hat häufig mit grammatikalischen Verrenkungen Aufsehen erregt. „Da werden Sie geholfen!“, derlei Botschaften posaunte sie fröhlich in die Welt hinaus. Ihr selber ist mit Blick auf das Weihnachtsfest leider nicht mehr zu helfen. Kürzlich hat Frau Pooth in einem Interview kundgetan, sie wisse gar nicht, an welchen Tagen eigentlich Weihnachten ist.
Die zeitliche Verortung von Weihnachten dürften die meisten Deutschen wohl noch hinbekommen. Umso mehr, als Wichteln, Weihnachtsmarkt und Glühweinstand der Vorweihnachtszeit eine freudige Sinnhaftigkeit verleihen. Dem religiös motivierten Warten auf die Ankunft des Herrn aber haftet mittlerweile etwas ähnlich Altmodisches an wie das Versenden von Grußkarten. Ein Bauunternehmer aus dem Bayerwald, der diesen Brauch gerne pflegte, gab seinen Geschäftspartnern stets folgenden Wunsch mit: „Ich wünsch dir a Christkindl mit krausade Haar!“ Auf gut Deutsch: Das Christkind mit dem lockigen Haar solle den Empfänger reich beschenken.
Eine dieser Karten erreichte einen Kunden, dessen Ehefrau den Verdacht hegte, ihr Gatte habe eine Schix, also eine Affäre. Als sie auf der Karte vom „Christkind mit krausade Haar“ las, sah sie rot. Die Konkurrentin hat also lockige Haare, folgerte sie aus den Zeilen, und der arme Ehemann erlebte das schrecklichste Weihnachtsfest seines Lebens. Der Absender der Karte sah fortan betroffen davon ab, eine Weihnachtspost zu versenden.
Heutzutage werden Karten und Grußworte meistens von der Künstlichen Intelligenz (KI) formuliert. Aber auch das kann verdächtig enden. Wie neulich im niederbayerischen Hinterland, wo ein Ortsvorsteher seine Weihnachtsgrüße im Gmoablattl mit Erkenntnissen des antiken Philosophen Heraklit abrundete. Diesen Zuwachs an Bildung kauften ihm nicht alle Gemeindemitglieder ab. „Heraklit“, frotzelten sie, „das ist ja großartig, aber der kennt doch höchstens Heraklith-Platten.“
Die KI mag eine segensreiche Stütze sein, doch leider ist sie auch ein Gscheidhaferl, das Irrtümer verbreitet, wie sich soeben in Landshut herausstellte. Dort wurde einer jungen Dame in einem Laden Hausverbot erteilt, weil sie sich ungebührlich benommen hatte. Die Kundin fragte aber erst einmal ein KI-Programm, ob der Rauswurf rechtens sei. „Nein“, antwortete die Maschine und drängte auf eine Entschuldigung der Gegenseite. Jetzt wurden gesetzeskundige Polizeibeamte herbeigerufen, die feststellten, dass die KI der Dame die Unwahrheit eingeflüstert hatte, das Hausverbot war in Ordnung.
Eigenes Nachdenken nährt in solchen Fällen den Verdacht, dass die Welt immer damischer wird. Doch von Weitem mosert schon wieder die KI, der Autor sei mit dieser Meinung total auf dem Irrweg.
Die Wittelsbacher haben 738 Jahre lang über Bayern geherrscht – und gar nicht mal so schlecht, findet Luitpold Prinz von Bayern. Wenn nur nicht so viel Unsinn über seine Familie geschrieben würde.
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