SZ 04.09.2026
15:52 Uhr

(+) Migrationspolitik: Fünf EU-Staaten treiben Pläne für Abschiebezentren in Afrika voran


Bis Ende des Jahres soll es Verträge mit geeigneten Partnerländern geben, sagt Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt. Als Favorit gilt Ruanda.

(+) Migrationspolitik: Fünf EU-Staaten treiben Pläne für Abschiebezentren in Afrika voran
Möglicher Standort für ein europäisches Abschiebezentrum: das Flüchtlingslager in Gashora, Ruanda.
Foto: Edmund Kagire/AP

Die Bundesregierung macht ernst mit ihrem Vorhaben, abgelehnte Asylbewerber in Abschiebezentren außerhalb Europas zu schicken. Innenminister Alexander Dobrindt traf sich zu dem Zweck am Freitag in Kopenhagen mit seinen Kollegen aus Dänemark, Griechenland, Österreich und den Niederlanden. Die fünf Staaten haben vor einigen Monaten verabredet, gemeinsam geeignete Partnerländer zu suchen. „Wir wollen in diesem Jahr noch eine Vereinbarung mit Drittländern erreichen“, sagte Dobrindt nach dem Treffen in Kopenhagen. „Technische Gespräche“ mit möglichen Partnerländern hätten bereits stattgefunden. Als erster Kandidat gilt offenbar Ruanda. Der dänische Minister Morten Bødskov kündigte in Kopenhagen an, seine Regierung wolle bis spätestens Ende nächsten Jahres erste Migranten in ein derartiges Lager schicken.

In wenigen Tagen tritt der Migrationspakt der EU in Kraft. Er soll gemeinschaftlich das Problem lösen, das den Rechtspopulisten zum Aufstieg verhalf. Aber der Start wird holprig, und mindestens ein Land macht nicht mit.

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