SZ 20.07.2026
12:13 Uhr

(+) Menschenrechte in Indonesien: „Sie benutzen das Thema LGBTQ+, um von ihrer Inkompetenz abzulenken“


Indonesien stuft die queere Community neuerdings als „nichtmilitärische Bedrohung“ ein – so wie Terrorismus oder Menschenhandel. Ein verkappter Aufruf zur Gewalt? Betroffene wie Dania Joedo sind alarmiert.

(+) Menschenrechte in Indonesien: „Sie benutzen das Thema LGBTQ+, um von ihrer Inkompetenz abzulenken“
Anti-Queer-Proteste sind in Indonesien keine Seltenheit. So wie hier im November 2023 gegen einen Auftritt der Band „Coldplay“, die sich für LGBTQ+-Rechte stark macht. Donal Husni/IMAGO/ZUMA Wire

Dania Joedo aus Jakarta kann ihre leidvolle Geschichte ganz kurz und schmerzlos erzählen. Denn diese Geschichte ist aus ihrer Sicht das, was man in der LGBTQ+-Community einen „Klassiker“ nennt: „Du wirst als Kind missbraucht, verleugnest lange deine Identität, bis du später endlich dein Coming-out hast – und dann enteignet dich deine Familie.“ So sei das auch bei ihr gewesen, sagt Dania Joedo, 36, bei einem Gespräch in einem Café in Jakarta Mitte. Als sie mit der Hormontherapie begann, um als Frau zu leben, war das für sie wie eine Befreiung, erzählt sie. Die Suizidgedanken, die sie gehabt habe, hörten auf. „Mein Leben ist jetzt besser“, sagt sie, „allerdings ist es nicht einfacher“. Im Gegenteil.

Wenn heute über Queersein gesprochen wird, stehen meist junge Menschen im Vordergrund – als wäre es ein Trend. Diese vier Geschichten von alten, queeren Menschen aber zeigen: So ist es nicht.

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