SZ 21.12.2025
15:12 Uhr

(+) Literatur: „Ich bin berühmt, ich bin ein Star, ich bin auf Facebook“


Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist schwer krank. Jetzt las er aber noch mal in Berlin. War das die Abschlussveranstaltung der Popliteratur? Bericht von einem denkwürdigen Abend.

(+) Literatur: „Ich bin berühmt, ich bin ein Star, ich bin auf Facebook“
Erschöpft, aber heiter: Joachim Lottmann lächelt nach der Lesung aus seinem neuen Roman für einen bekannten Berliner Nachtlebenfotografen. (Foto: Peter Richter)

Rafael Horzon lädt schon für den nächsten Tag zur Lesung von Joachim Lottmann in seinem Möbelladen auf der Torstraße in Berlin-Mitte. Und ausgerechnet da ist man zufällig gerade mal nicht in der Stadt, sondern auf Reisen. Die Mail kommt gleich dreimal hintereinander. Das verdeutlicht die Dringlichkeit des Ereignisses. Horzon ist ja nicht nur ein prominenter Berliner Designer, der Wikipedia gerichtlich untersagte, ihn als Künstler zu bezeichnen. Er ist auch einer der entscheidenden Kulturveranstalter, der zum Beispiel eben erst mit seinem komplett privat betriebenen Deutschen Design Museum der Stadt gegeben hat, was ihr mindestens seit der Schließung der Berliner Filiale des Vitra-Design-Museums fehlte. Außerdem hat er selbst Bestseller geschrieben (unter anderem „Das weiße Buch“), deren Leserschaft eine Schnittmenge mit der von Lottmann haben dürfte. Er verweist in allen drei E-Mails auf einen Artikel von Volker Weidermann aus der Zeit vom Oktober, aus dem die traurige Nachricht hervorging, dass der 69 Jahre alte Lottmann tödlich erkrankt sei. Sehr viel mehr neue Bücher wird man wohl nicht erwarten dürfen, öffentliche Auftritte noch weniger.

Helle Aufregung im Land, als bei der AfD-Jugend ein Redner im Hitler-Sound auftrat. Was war das bitte? Alexander Eichwald erklärt es nun selbst – und der AfD wird das nicht gefallen.

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