|
20.06.2026
15:25 Uhr
|
Die Linke hat eine neue Spitze gewählt. Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano sind gemeinsam Parteivorsitzende. Für Pantisano hat es nur knapp gereicht.

Luigi Pantisano hat 53 Prozent der Delegierten-Stimmen erhalten. Michael Bahlo/Michael Bahlo/dpa
Die Linke hat eine neue Spitze gewählt: Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano führen die Partei gemeinsam. Schwerdtner erhielt rund 85,7 Prozent der Stimmen, für Pantisano stimmten rund 53,4 Prozent der Delegierten. Er erhielt 30,3 Prozent Nein-Stimmen, 16,4 Prozent der Delegierten enthielten sich. Dass das Ergebnis für Pantisano derart knapp würde, wurde im Vorfeld nicht erwartet.
Kurz vor der Wahl hatte Pantisano mit einer Aussage zur CDU für Aufmerksamkeit gesorgt. In einem Bild-Interview rückte er die Union in die Nähe der AfD. „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, sagte er in einem Videointerview.
Vor allem ostdeutsche Landesverbände der Linken widersprachen. „Ich war sehr überrascht über die Aussage heute“, sagte die sachsen-anhaltinische Spitzenkandidatin Eva von Angern der SZ. Es sei klar, dass die CDU „eine demokratische Partei“ sei, in der „viele Demokratinnen und Demokraten engagiert für Menschen Politik machen“.
Ein Linken-Basismitglied fragte ihn bei seiner Vorstellung auf dem Parteitag danach. „Sie machen schon teilweise faschistische Politik“, sagte Pantisano. Er versuche „zu polarisieren“, damit müsse die Partei rechnen. Während seiner Rede sagte Pantisano, er wolle die Linke als „ehrliche, soziale Protestalternative“ etablieren.
Pantisano war bislang Verkehrspolitiker und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er ist laut eigener Aussage seit rund 30 Jahren mit Unterbrechungen Teil der Linken. 2020 wäre er fast Oberbürgermeister in Konstanz geworden, unterlag dem Amtsinhaber jedoch knapp in der Stichwahl. Früh drängte Pantisano auf einen Bruch mit Sahra Wagenknecht und ihrem Lager, der schließlich Ende 2023 erfolgte.
Schwerdtner führt die Linke seit anderthalb Jahren. Ihr bisheriger Co-Vorsitzender Jan van Aken war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angetreten. Schwerdtner sagte in ihrer Rede, die Linke wolle „Wohnen, Energie, öffentliche Gesundheit“ aus der öffentlichen Hand finanzieren. Eine „breite Mehrheit in diesem Land“ stehe hinter der Linken.
Die Linke will große Fragen klären, etwa in der Nahostpolitik oder auch in der Rentendiskussion. Wie das ausgeht, weiß keiner so recht. Der große Mitgliederzuwachs seit zwei Jahren könnte die Partei verändert haben.
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: