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12.12.2025
17:06 Uhr
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Die Stadt ist seit diesem Jahr als Kneippheilbad anerkannt. Am Namen soll man das aber nicht gleich erkennen – und das nicht nur, weil englischsprachige Besucher den Zusatz „bad“ womöglich falsch verstehen könnten.

Es gbt in den bayerischen Alpen nur wenig schönere Plätze als die Altstadt von Füssen am Abend. (Foto: Füssen Tourismus und Marketing/ Gerhard Eisenschink)
Nichts an Füssen ist „bad“, und dabei soll es auch bleiben. Das Festspielhaus, Schloss Neuschwanstein, die Altstadt, die Berge und die Seen: Füssen wird ja nicht umsonst überrannt von Touristen, zumindest in der Hauptsaison. Da sind auch viele internationale Gäste dabei, der ein oder andere, vor allem aus englischsprachigen Regionen, würde schon schmunzeln, wenn im Reiseführer plötzlich nicht mehr Füssen als Zielort genannt wird, sondern „Bad Füssen“. Will man da hin? Will man nicht lieber dort in den Urlaub, wo es schön ist?
In Füssen haben sie das bedacht, wobei es natürlich noch andere Gründe gibt, warum sich die Stadt kurz vor dem Jahreswechsel ein für alle Mal gegen den Namenszusatz „Bad“ entschieden hat. Es kommt ja nicht oft vor, dass ein Ort in Bayern überhaupt die Möglichkeit hat, seinen Namen zu ändern. Füssen aber hat viele Jahre darauf hingearbeitet, als Kneippheilbad anerkannt zu werden, dieses Jahr war es dann endlich so weit mit der staatlichen Anerkennung – der ersten im Freistaat seit 20 Jahren.
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Jetzt sind sie mächtig stolz, dass nun nicht mehr nur Teile des Ortes Kneippkurorte sind, sondern die ganze Stadt als Kneippheilbad anerkannt ist, und natürlich wollen sie das offensiv bewerben, wie Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier erläutert. Aber die Verweigerung, das „Bad“ anzunehmen, haben sie sich reiflich überlegt – und neben dem englischen „bad“ noch andere gute Argumente gefunden.
Da gehört nicht einmal zuvorderst die Verwechslungsgefahr mit Bad Füssing dazu. Die Ortsschilder zu tauschen sowie sonstige Verwaltungsakte hätten sie schon stemmen können, auch wenn es ein großer Aufwand wäre. Aber es wäre doch eine starke Ausrichtung und Priorisierung auf das Thema Gesundheit gewesen, die Errungenschaft gleich im Namen anzuzeigen. Und das wäre dann doch kontraproduktiv für einen Ort, der bei einheimischen wie internationalen Gästen ohnehin als Urlaubsziel hoch im Kurs steht.
Füssen will Kneipp anders denken, hat das Innenministerium beim Festakt zur Anerkennung als Kneippheilbad mitgeteilt. Sie würden das natürlich nie sagen in Füssen, aber Bad Wörishofen und andere „Bäder“ in Bayern haben, um es vorsichtig auszudrücken, nicht unbedingt das frischeste Image und müssen bisweilen eher gegen das „Bad“ im Namen ankämpfen. Da denkt Füssen Kneipp lieber anders, Lifestyle-Wellness statt Kur-Atmosphäre, bewirbt das auch so, zieht junge Leute und nicht nur Senioren an – und heißt weiter Füssen, so wie es in aller Welt bekannt ist.
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