SZ 27.11.2025
12:54 Uhr

(+) Kulturkampf: Wenn der Gast die falsche Meinung hat


Zu Vorträgen ein- und nach Protesten wieder ausgeladen zu werden, das erleben derzeit nicht wenige streitbare Intellektuelle. In München traf es nun den Philosophen Sebastian Ostritsch. Doch wem hilft dieses Theater der Diskursverweigerung?

(+) Kulturkampf: Wenn der Gast die falsche Meinung hat

Das Muster ist längst geläufig: Eine Künstlerin, ein Intellektueller, ein Wissenschaftler wird zu einem Auftritt eingeladen und sagt zu. Dann werden Aktivisten, ein Blog oder die Boulevardpresse aufmerksam, finden Unliebsames und schlagen Alarm. Wie konnte man nur dieser Intellektuellen, diesem Künstler eine Bühne geben! Die Einladung wird zurückgezogen oder verschoben und verkleinert. Das Aufsehen steigert sich, denn nun reagiert ein anderer Teil der Öffentlichkeit und skandalisiert Redeverbote, Cancel-Culture, Einschränkung von Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Was jüngst im Licht globaler Öffentlichkeit Eva Illouz widerfuhr, als sie in Rotterdam eingeladen-ausgeladen wurde, um kurz danach eine Entschuldigung zu erhalten, das geschieht inzwischen landauf, landab auf vielen kleineren Bühnen.

Spötter werden sagen, auch die Kirche sei mit ihrem Latein am Ende. Aber das hieße, die Tragweite dieser Entscheidung zu verkennen: Die bisherige Amtssprache des Vatikans verliert ihren exklusiven Status.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Gutscheine: