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26.02.2026
16:31 Uhr
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Gerade läuft die 21. Staffel von „Germanys Next Topmodel“. Wo aber steckt eigentlich Heidi-Vater Günther?

Ein Bild aus innigeren Zeiten: Heidi Klum und ihr Vater Günther bei der Bambi-Verleihung 2015. (Foto: Alexander Koerner)
Ja, man kann sich seine Familie nicht aussuchen und seinen Vater schon gleich gar nicht – wer wüsste das besser als Steffi Graf, Britney Spears oder Meghan Markle. Peter Graf, früherer Gebrauchtwagenhändler, drillte seine Tochter gnadenlos zum Erfolg, Jamie Spears, früherer Schweißer, lebte jahrzehntelang seine Kontrollwut an seiner Zweitgeborenen aus, Thomas Markle, früherer Kameramann, hält bereitwillig seinen Kopf in jede Kamera, um Zeitzeugenschaft über den schlechten Charakter seiner Meghan abzulegen („Alles an ihr ist einstudiert“).
Und dann wäre da noch Günther Klum, früherer Produktionsleiter eines Parfümherstellers, der in seiner Tochter Heidi ein neues Geschäftsfeld entdeckte. Jahrelang managte er das Model, galt wahlweise als schlaues Schlitzohr oder kampflustiger Kettenhund, der noch aus jedem Vertrag das Maximale herausquetschte und einmal tatsächlich von sich gab: „Wenn (...) jemand sagt: Das dort ist der Erzeuger der schönsten Frau der Welt, dann fühle ich mich wie ein Zuchtbulle.“
Als nicht ganz so eifrige Leserin einschlägiger Promi-Nachrichten aber fragte man sich dieser Tage: Wo steckt dieser Kerl eigentlich? Mit seiner Igelfrisur, der getönten Brille, den wild gemusterten Hemden, dem griesgrämigen Gesicht? Die Tochter schiebt mit der neuen Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ gerade ein Familienmitglied nach dem anderen ins Rampenlicht (Tochter Leni, Sohn Henry); den Vater, schon länger nicht mehr ihr Manager, scheint sie einem nicht mehr unterschieben zu wollen. Gut, liegt vielleicht auch daran, dass es einen Rechtsstreit zwischen ihnen gegeben hat – er hatte sich ungefragt die Markenrechte am Namen von Enkelin Leni inklusive deren Kosenamen „Mausekatze“ gesichert.
Ausweislich seines Instagram-Kanals steckt Günther Klum schmollend in seiner Heimat, dem Bergischen Land, und versteht die Welt nicht mehr. Zu diesem Eindruck muss kommen, wer sich durch seine mehr als 270 Posts scrollt. Man spürt nicht nur eine Vorliebe für Strickjacken, gusseiserne Kerzenleuchter und ausladende Lampenschirme, sondern auch einen echten Furor – auf die Grünen, seine Mitbürger, die sich „veräppeln“ ließen, die Rüstungsindustrie. Zwischendurch gehen auch mal Genesungswünsche an Thomas Gottschalk raus, man kennt sich wohl aus glamouröseren Zeiten.
In einem seiner letzten Posts sitzt der Achtzigjährige schlecht gelaunt und schlecht ausgeleuchtet auf einem Holzbett. Im Hintergrund sind Stimmen zu vernehmen, womöglich ein laufender Fernseher, am Bildrand scheint das braunfellige Bein eines Kuscheltieres hineinzuragen – eine Anordnung, sehr weit weg von der perfekt inszenierten Nahbarkeit seiner Tochter auf Social Media. „Deutschland benötigt einen Helmut Schmidt in dieser schwierigen Zeit“, doziert Klum, eine Userin kommentiert: „Ja Herr Klum, aber leider ist er nicht mehr unter uns. Franz Josef Strauß fehlt auch sehr!“
Klum sendet, aber wird er noch gehört? Knapp 4200 Follower hat der Grinch von Bergisch Gladbach, 12,7 Millionen seine Tochter. Deren Lächeln verkauft sich einfach besser.
An jeder Ecke ein Beautysalon, und beim Kindergeburtstag Hyaluron-Smalltalk: Ein Lagebericht zum neuen Schönheitsideal, verfasst mit angedeuteter Zornesfalte.
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