SZ 19.11.2025
16:52 Uhr

(+) Klingbeil in China: Im Gepäck die neue deutsche Bescheidenheit


Dem Vizekanzler gelingt es, jüngste Verstimmungen zwischen Berlin und Peking zu entschärfen. Und beim heikelsten Punkt, der europäischen Erpressbarkeit durch Rohstoff-Abhängigkeiten, macht die chinesische Seite ein überraschendes Angebot. Es könnte künftig nützlich sein.

(+) Klingbeil in China: Im Gepäck die neue deutsche Bescheidenheit
Deutsche Ingenieurskunst in China: SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil bei der Medizintechnik-Firma Siemens Healthineers in Shanghai. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Vielleicht ist es dieser Hunger, immer lernen zu wollen, der ganz gut veranschaulicht, warum China da steht, wo es heute steht. Bei seinem vorherigen Besuch traf sich Lars Klingbeil hier 2023 mit Wang Huning, dem Chefideologen der Kommunistischen Partei. Er fragte, was Klingbeil so lese. Der nannte das Werk „Die Gesellschaft der Singularitäten“ des Soziologen Andreas Reckwitz, eine Analyse der tiefen Probleme heutiger westlicher Gesellschaften. Klingbeil schickte es dem Chinesen später zu. Und als er nun in der Großen Halle des Volkes in Peking Wang Huning erneut trifft, bringt dieser das Reckwitz-Buch mit. Übersetzt auf Mandarin.

Flughäfen, Schnellzüge, glitzernde Hochhäuser: China verfügt scheinbar über unbegrenzte Mittel für den Ausbau des eigenen Landes. Dahinter steckt ein Konstrukt, das Peking über Jahre perfektioniert hat – und das ziemlich riskant ist.

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