SZ 02.02.2026
15:30 Uhr

(+) Klassik: Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party


Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.

(+) Klassik: Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party
Nicht mal der Atombomben-Mutant Gorgonzilla kann in Hamburg die Menschheit vor einem Präsidenten retten, der als monströs aufgepumptes Riesenbaby in Windeln daherkommt. (Foto: Tanja Dorendorf/dpa-Bildfunk/Staatsoper Hamburg)

Diese Uraufführung muss man wohl ein Manifest und ein Fest nennen. Mit dem von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek getextetem und von Olga Neuwirth komponiertem Auftragswerk „Monster’s Paradise“ beschert Tobias Kratzer, Regisseur und der neue Intendant der Staatsoper Hamburg, seinem Haus ein maximal plakatives, aber auch sehr lustiges Musiktheater-Ausrufezeichen mit erhöhtem Hipness-Faktor. Neuwirths und Jelineks Oper ist ein Weltuntergangs-Oratorium, eine absurde Komödie in Zeiten des Autoritarismus und, na ja, eine Fuck-Trump-Party. Stilistisch bewegt sich das in angemessener Grellheit irgendwo zwischen Comicstrip, Geisterbahn, Godzilla-Film und Grand Guignol, dem blutspritzenden Splatter- und Horrorclown-Theater der vorletzten Jahrhundertwende.

Als Elfriede Jelinek 1985 die NS-Verstrickung des Schauspieler-Clans Hörbiger offenlegte, beschimpfte man sie als Nestbeschmutzerin. Jetzt wird ihr Stück „Burgtheater“ zum ersten Mal am Burgtheater aufgeführt.

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