Deutschland stehen in diesem Jahr Schicksalswahlen bevor, die diese pathetische Bezeichnung ausnahmsweise wirklich verdienen. In zwei ostdeutschen Bundesländern werden im September neue Landtage gewählt, und es erscheint möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass eine rechtsextreme Partei erstmals an einer Landesregierung beteiligt sein wird, womöglich sogar den Ministerpräsidenten stellt. Aktuelle Umfragen sehen die Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bei 38 bis 40 Prozent. Damit würde die Partei nicht nur Sperrminoritäten erzielen, mit denen sie die parlamentarische Arbeit blockieren kann. In Magdeburg könnte sie sogar nach dem Amt des Regierungschefs greifen, falls mehrere kleine Parteien – FDP, Grüne, BSW – an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, sodass ein AfD-Ergebnis von knapp über 40 Prozent für die Mehrheit der Mandate reicht.
