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26.06.2026
15:05 Uhr
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Das Paar und seine Kinder waren durch Insektizide vergiftet worden. Der Hotelbetreiber und drei Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma müssen ins Gefängnis.

Yılmaz Böcek (v. l. n. r.), Vater des verstorbenen Familienvaters, Yasar Balci, Anwalt der Familie aus Hamburg, und Mustafa Böcek, Bruder des verstorbenen Familienvaters, sprechen vor dem Çağlayan-Justizpalast in Istanbul mit Medienvertretern. Linda Say/dpa
Im Prozess um den Tod einer vierköpfigen Hamburger Familie sind die Urteile gefallen: Der Istanbuler Hotelbetreiber, in dessen Unterkunft sie durch Insektizide vergiftet wurde, ist zu 13 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma, dessen Sohn und ein Mitarbeiter der Firma erhielten im Prozess Haftstrafen zwischen zwölf Jahren und zwei Monaten sowie 18 Jahren. Als Grund nannte der Richter „bewusste fahrlässige Tötung“. Die angeklagten Rezeptionisten des Hotels wurden freigesprochen.
Vier der Angeklagten befanden sich bereits in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zwischen zwei Jahren und acht Monaten und bis zu 22 Jahren und fünf Monaten Haft gefordert. Auch sie ging von „bewusster fahrlässiger Tötung“ aus.
Nach dem Vergiftungstod einer vierköpfigen deutschen Familie im Istanbul-Urlaub stehen sechs Angeklagte wegen „bewusster fahrlässiger Tötung“ vor Gericht. Sie geben sich ahnungslos, die Hinterbliebenen glauben kein Wort.
Der Anwalt der Familie hatte ihnen „vorsätzliches Handeln“ vorgeworfen und höhere Strafen gefordert. Der Bruder des verstorbenen Vaters sagte der Deutschen Presse-Agentur, er empfinde 18 Jahre als eine „gerechte Strafe“. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, die Verurteilten können noch in Berufung gehen.
Die Eltern und ihre beiden kleinen Kinder waren vergangenes Jahr zum Urlaub in die Türkei gereist, in ihrer Unterkunft erlitten sie laut einem medizinischen Gutachten Vergiftungen durch Insektizide. Alle vier Familienmitglieder starben kurz nacheinander.
Eine deutsche Familie stirbt in einem Hotel in Istanbul, wohl durch Phosphin aus einem Bettwanzen-Bekämpfungsmittel. Ein Toxikologe erklärt, wie so ein Gift freigesetzt wird, was es bewirkt – und was er Urlaubern rät.
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