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07.06.2026
23:26 Uhr
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Als Reaktion auf iranischen Raketenbeschuss am Abend, greift Israels Militär Ziele in Iran an. US-Präsident Trump ruft beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Leuchtspur eines Flugkörpers über Zentralisrael: Angaben des israelischen Militärs zufolge wurden zunächst alle Geschosse abgefangen. Amir Cohen/REUTERS
Israels Luftwaffe hat am frühen Montagmorgen Ziele im Westen und im Zentrum Irans angegriffen. Das teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit, ohne weitere Details zu nennen. Laut Angaben der iranischen Revolutionsgarden soll es Explosionen in drei Städten gegeben haben: Teheran, Tabris und Isfahan.
Zuvor hatte Iran am Sonntagabend nach eigenen Angaben mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Damit gilt die im April vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel, den USA und Iran als endgültig gescheitert.
Unmittelbar nach den Angriffen Irans, hatte der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir auf X erklärte: „Heute Nacht muss Teheran brennen!“ Oppositionsführer Naftali Bennett schrieb, es handle sich um einen „Prüfmoment“, ob Israel ein souveräner Staat sei, „der fähig ist, sich selbst zu verteidigen“ und forderte eine starke und wirksame Reaktion. Berichten zufolge hatte Israels Premier Benjamin Netanjahu nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf Montag eine Sicherheitsberatung einberufen.
Laut israelischen Medien soll Trump vor den Angriffen Israels gesagt haben, er wolle Netanjahu anrufen, um ihn von Vergeltungsschlägen gegen Iran abzuhalten. Die Nachrichtenseite Haaretz hatte zu dem Zeitpunkt bereits berichtet, dass Israel Vergeltungsschläge gegen Iran plane.
Am Sonntagabend sagte Trump zudem in einem Interview mit Fox News, er sei „nicht glücklich“ über Israels Angriffe auf Ziele in Beirut, die nicht mit den USA abgesprochen gewesen seien. Zugleich forderte er Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Was ich Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen“, sagte Trump noch vor Israels Gegenschlägen.
Ende Februar hatten die USA und Israel gemeinsam Iran angegriffen. Iran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf arabische Verbündete in den Golfstaaten und legte die Straße von Hormus lahm, was die Weltwirtschaft erschütterte. Anfang April vereinbarten die drei Staaten eine fragile Waffenruhe.
Die gegenseitigen Angriffe Irans und Israels reihen sich in die Zuspitzung der vergangenen Tage ein: Zwischen Iran und den USA kam es wiederholt zu militärischen Zwischenfällen in der Golfregion. Zugleich griff die Hisbollah Israel mit Drohnen und Raketen an, Israel kündigte eine deutliche Ausweitung seiner Offensive in Libanon an und griff am Sonntagnachmittag erstmals seit Längerem wieder die südlichen Vororte Beiruts an. Das Gebiet gilt als Hochburg der von Iran unterstützten Hisbollah, ist jedoch auch dicht von Zivilisten besiedelt. Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz begründeten den Angriff mit anhaltenden Hisbollah-Angriffen auf israelisches Gebiet.
Iran erklärte, die Raketensalven seien eine direkte Reaktion auf die Luftschläge gegen den Süden Beiruts gewesen. In einer Erklärung hieß es, die Waffenruhe Anfang April sei unter der Prämisse ausgehandelt worden, dass der Konflikt „an allen Fronten“ eingestellt werde. „Doch wie immer hielten sich die USA und das zionistische Regime nicht an ihre Verpflichtungen.“ Die Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe als „Warnung“ und kündigten an, sollte der Krieg erneut in vollem Umfang ausbrechen, würden die Antworten „umfassender“ ausfallen und auch „amerikanisch-zionistische Ziele“ in der Region einschließen.
Angesichts der anhaltenden israelischen Angriffe in Libanon in den vergangenen Wochen pochte Teheran immer wieder auf eine Waffenruhe an allen Fronten. Die Feuerpause zwischen den USA und Iran schließe Libanon mit ein, bekräftigte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erst Anfang der Woche in einem Beitrag auf X.
Innenpolitisch könnte Netanjahu der Krieg nutzen: In Israel wird im Herbst gewählt, und zuletzt wuchs die Kritik, der Regierungschef lasse sich in der Iran- und Libanonpolitik zu stark von den USA beeinflussen. Zugleich dringen Teile des rechten Regierungslagers auf eine Fortsetzung des Krieges. Ein Ende der Operation, so das Argument, könne als Kapitulation ausgelegt werden.
In den vergangenen Wochen versuchte Trump, mit iranischen Unterhändlern eine Vereinbarung zu erreichen, um den Krieg zu beenden. Gleichzeitig sendete Trump widersprüchliche Signale über den Stand der Gespräche, während Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zuletzt zunehmend entschlossen wirkte, die militärische Eskalation in der Region wieder voranzutreiben.
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