Wobblies – der Name klingt nach knuffigen Plüschtieren, meint aber die „Industrial Workers of the World“ (IWW) und deren Mitglieder. Die Gewerkschaft gründete sich 1905 in Chicago – als Sammelbecken für Linke aller Couleur: Sozialdemokraten, Anarchisten, Syndikalisten, Sozialisten, Kommunisten. Als solche waren Amerikas Wobblies einst immer wieder im Visier von Polizei und rechten Bürgerwehren. Im November 1916 etwa engagierten sich 300 Gewerkschafter in Everett, einer Hafenstadt nördlich von Seattle, für eine Free-Speech-Initiative und gerieten unter Beschuss von Polizisten und sogenannten Vigilanten. Die Bilanz: fünf Arbeiter und zwei Angreifer tot, 50 Verletzte, sieben Vermisste. „Das Wasser färbte sich purpurrot“, so ein Chronist der IWW, „und noch Tage später wurden Leichen an Land gespült.“
