SZ 28.12.2025
12:11 Uhr

(+) Heilkräuterforschung der SS: Himmlers Sklaven-Garten


Die SS betrieb mit Dachauer KZ-Häftlingen eine biologisch-anthroposophische „Plantage“, von der auch heute noch existierende Firmen profitierten. Die Historikerin Anne Sudrow hat die Geschichte und auch die unheilvolle Nachgeschichte dieses lange kaum beachteten Arbeitskommandos detailliert analysiert.

(+) Heilkräuterforschung der SS: Himmlers Sklaven-Garten

Der Name klingt harmlos. Die „Plantage“ diente der Anpflanzung sowie der Erforschung von Heilkräutern und Gewürzen auf biologisch-dynamischer Grundlage nach anthroposophischen Grundsätzen. Initiator und Hauptakteur dieser „Plantage“ – eines 1938 eingerichteten Arbeitskommandos des KZ Dachau – war Reichsführer SS Heinrich Himmler, dessen Macht stetig wuchs. Nach einem Studium der Agrarwirtschaft, das ihn zum Anhänger anthroposophischer Ideologie von Ackerbau und Landwirtschaft machte, verfolgte er seine Karriere in Polizei und SS, die ihn an die Spitze des nationalsozialistischen Terrorsystems führte. Von Dachau aus widmete er sich gleichzeitig Anbau und Erforschung gesunder Ernährung, von Heilpflanzen und Gewürzen, die Deutschland von ausländischen Produkten wie Pfeffer, autark machen sollten. Wichtigste materielle Grundlage war die kostenfreie Ausbeutung der Arbeitskraft der KZ-Häftlinge.

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