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19.02.2026
20:55 Uhr
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Die Ermittlungen gegen ihn dauern an, melden die Behörden. Dem früheren Prinzen wird vorgeworfen, vertrauliche Dokumente an Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben.

Andrew Mountbatten-Windsor, einer der jüngeren Brüder des britischen König Charles, in einem Auto beim Verlassen der Polizeistation in der Grafschaft Norfolk. (Foto: Phil Noble/REUTERS)
Der frühere Prinz Andrew ist fast zwölf Stunden nach seiner Festnahme wieder freigelassen worden. Die Ermittlungen dauern an, wie die Thames Valley Police mitteilte. Mehrere Medien zeigten Fotos, wie Andrew in einem Auto die Polizeiwache in der Grafschaft Norfolk verließ.
Der ehemalige britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor war am Morgen festgenommen worden. Sein Bruder, König Charles III., bestätigte entsprechende Medienberichte. Wie zunächst die BBC berichtet hat, wurden Polizeiwagen in Sandringham in Norfolk gesehen, wo Andrew seit seinem Ausschluss aus dem britischen Königshaus lebt. Andrew, der an diesem Tag 66 Jahre alt wurde, wird im Zusammenhang mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein möglicher Amtsmissbrauch vorgeworfen.
„Mit tiefster Besorgnis“ habe er die Nachricht zur Kenntnis genommen, heißt es in einem Statement von König Charles. Die Behörden hätten seine „volle und uneingeschränkte Unterstützung“. „Um es ganz klar zu sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.“
Konkret wird Andrew vorgeworfen, in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den Sexualstraftäter Epstein weitergeleitet zu haben. Andrew selbst hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Die Beweisführung bei einem Vorwurf des Amtsmissbrauchs ist laut BBC komplex. Im Falle einer Verurteilung droht dem ehemaligen Prinzen aber lebenslange Haft. Der stellvertretende britische Premierminister und Justizminister David Lammy sagte der BBC, niemand stehe über dem Gesetz. Der Vorgang sei nun eine polizeiliche Ermittlung, „die auf die übliche Weise durchgeführt werden muss“.
Neu veröffentlichte Akten belasten den ehemaligen Prinzen abermals schwer. Der britische Premier drängt ihn, sich an der Aufklärung der Vorwürfe zu beteiligen. Wird sich das gestürzte Mitglied der britischen Monarchie darauf einlassen?
Der 2019 in Haft gestorbene US-Finanzier Jeffrey Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring, dem eine bis heute unbekannte Zahl von Frauen und Mädchen zum Opfer fiel. Er unterhielt enge Kontakte zur High Society – und war mit Andrew jahrelang befreundet. In dem jüngst veröffentlichten Datensatz der Epstein-Akten waren zahlreiche neue Details ans Licht gekommen. Andrew wies die Vorwürfe gegen ihn immer zurück.
Eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, warf Andrew vor, sie mehrmals missbraucht zu haben, unter anderem als Minderjährige. Auch diese Vorwürfe wies Andrew stets zurück, eine Zivilklage der mittlerweile gestorbenen Giuffre endete in einem Vergleich. „Endlich, heute wurden unsere gebrochenen Herzen durch die Nachricht getröstet, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht einmal die Königsfamilie“, teilten die Geschwister Giuffres mehreren Medien mit. Andrew sei „nie ein Prinz“ gewesen.
Seine Titel und Ehren hat Andrew aufgrund der Verwicklungen verloren. Erst vor wenigen Tagen musste er seine Umzugskartons packen und aus der Royal Lodge in Windsor ausziehen – verfügt hatte das König Charles. In seine neue Bleibe in Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk ist er als Andrew Mountbatten-Windsor eingezogen.
Mit Material der Agenturen dpa und Reuters
Andrew verliert durch den Epstein-Skandal seinen Prinzentitel und wird nach Sandringham ausquartiert. Seine Ex-Frau Sarah Ferguson muss sich selbst eine Bleibe suchen. Es ist der endgültige Bruch mit Bruder Charles – und Thronfolger William.
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