(SZ) Dass WM-Trophäen nicht nur bei Fußballspielern Begehrlichkeiten wecken, ist bekannt. Kurz zurück ins Jahr 1966, als in London der Jules-Rimet-Pokal bei einer Briefmarkenschau ausgestellt wurde. Bald würde die WM in England beginnen, aber schon vorher sollte das Publikum dem Cup ganz nah kommen. Tatsächlich kam ein Verbrecher dem Pokal zu nah, griff gierig nach ihm, nahm ihn an sich und forderte Lösegeld. Welch eine Peinlichkeit für die Briten. Den Weltkrieg hatte der Pokal überstanden: Fifa-Vizepräsident Ottorino Barassi hatte ihn in einem Schuhkarton unter seinem Bett aufbewahrt. Und jetzt schien er verloren. Aber dann betrat Pickles auf kurzen Beinen die Bühne, eine schwarz-weiß gefleckte Promenadenmischung, die schwanzwedelnde Variante von Kommissar Zufall. Pickles erschnüffelte bei einem Gassi-Gang mit seinem Herrchen den Pokal, in Zeitungspapier eingewickelt und in einem Busch versteckt. Ein Hund rettete die WM. Und wurde dafür mit Ehrungen überhäuft: Im Spielfilm „The Spy with a Cold Nose“ bekam Pickles eine Charakterrolle. Er spielte sich selbst.
