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24.11.2025
13:13 Uhr
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Mindestens drei Menschen kommen ums Leben, als auf der rutschigen Autobahn 93 in der Oberpfalz mehrere Fahrzeuge kollidieren. Im gesamten Freistaat kommt es morgens zu mindestens 70 wetterbedingten Unfällen.

Ein völlig zerstörtes Fahrzeug steht nach einem Unfall auf der Autobahn 93 vor einem Lastwagen. (Foto: Jason Tschepljakow/dpa)
Bei Schnee und Eis auf Bayerns Straßen sind in den Nacht- und Morgenstunden dutzende Autofahrer verunglückt. Es gab mindestens drei Tote, zwei lebensgefährlich Verletzte und zahlreiche Leichtverletzte. Teils wurden Straßen über Stunden gesperrt, auch auf den Flughäfen hinterließ das Winterwetter seine Spuren. Im Bahnverkehr hatte das Wetter nach Auskunft einer Sprecherin keine meldenswerten Auswirkungen.
Den zunächst schwersten Unfall gab es auf der Autobahn 93 bei Maxhütte-Haidhof in der Oberpfalz. Drei Männer sind dort in einem Kleintransporter ums Leben gekommen. Zwei der Opfer waren 36 und 51 Jahre alt, wie die Polizei mitteilte. Sie starben noch an der Unglücksstelle. Ein Polizeisprecher berichtete am Morgen von zwei lebensgefährlich Verletzten sowie mehreren Leicht- und Mittelschwerverletzten. Ein Gutachter sei zur Klärung der Unfallursache vor Ort.
Der genaue Hergang sei noch unklar. Die Unfallursache war ebenfalls zunächst unklar, laut Polizei war es auf der Autobahn wetterbedingt glatt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren zwei Lastwagen und mindestens ein Auto beteiligt. Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Die Autobahn nördlich von Regensburg war stundenlang Richtung Süden gesperrt.
Bayernweit hatten die Einsatzkräfte in den Morgenstunden allerhand zu tun. Es gab mindestens 70 wetterbedingte Unfälle, wie die Polizeipräsidien meldeten, Tendenz steigend.
Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord erlitten mindestens acht Menschen bei Unfällen leichte bis mittelschwere Verletzungen. In Mittelfranken berichtete die Polizei von zunächst rund 30 Unfällen auf glatter Fahrbahn, teils mit Verletzten. Auf der Autobahn 9 bei Simmelsdorf (Landkreis Nürnberger Land) in Richtung München verunglückte ein Lastwagen.
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Auch in anderen Landesteilen kam es zu gefährlichen Situationen. Ein Lastwagen krachte in Heroldsbach (Landkreis Forchheim) in eine Garage. Angaben der Polizei zufolge war das Fahrzeug auf glatter Straße gerutscht.
Vielerorts gab es wegen starken Schneefalls und Glätte erhebliche Verkehrsbehinderungen. Im Landkreis Bayreuth blieben auf der A9 bei Sophienberg/Trockau mehrere Lastwagen und Autos mitten auf der Fahrbahn stehen, wie die Polizei mitteilte. Da es weiter stark schneite und der Verkehr nicht nachließ, wurden Kräfte des Technischen Hilfswerks angefordert. Ebenfalls blieben drei Autos, die lediglich mit Sommerreifen ausgestattet waren, stehen.
Wegen erheblicher Straßenglätte setzte die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) in der Nacht zum Montag ihren gesamten Busverkehr im Stadtgebiet aus. Wie die WVV mitteilte, fuhren die Linienbusse und auch die Nachtbusse bis zum Betriebsende nicht mehr. Seit dem Morgen läuft alles wieder nach Fahrplan, hieß es.
Probleme bereitete das Wetter auch denjenigen, die bereits in der Nacht arbeiten mussten. Ein Zeitungsausträger verletzte sich in Kempten, als er über glatte Gehwege schlitterte. Er kam in ein Krankenhaus.
Die Passauer Neue Presse berichtete, dass ihre Zeitungszusteller wetterbedingt Zeitprobleme hätten. In Einzelfällen sei eine rechtzeitige Zustellung heute nicht möglich gewesen.
Flugzeuge müssen enteist werdenDer Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits am Sonntag eine Unwetterwarnung für Teile des Freistaats und Teile Baden-Württembergs herausgegeben. Auch am Montagfrüh warnen die Meteorologen, es könne auf Bayerns Straßen noch sehr glatt sein – vor allem durch gefrierenden Regen im südlichen Mittelfranken bis nach Ober- und Niederbayern. Der Bayerische Wald sei nicht betroffen. In der Nacht zum Dienstag könnte sich in Niederbayern und dem östlichen Oberbayern beim Übergang von Regen in Schnee erneut Glatteis bilden. Auch in Franken sei dies bei leichtem Nieselregen möglich. In den Mittelgebirgen und an den Alpen wird es laut DWD stürmisch, auf hohen Gipfeln gibt es vereinzelt orkanartige Böen bis 110 Kilometern pro Stunde.
In Bayern gibt es mehr als 10 000 Kilometer Gleise und drei Flughäfen. Was also tun, wenn hier der Winter zuschlägt? Dann helfen Spezialfahrzeuge, große Mengen Enteisungsmittel – und neuerdings auch Gurkenwasser.
Am Flughafen München startete der Flugverkehr am Morgen weitgehend ohne wetterbedingte Probleme. Zwar gebe es leichte Verspätungen, weil Flugzeuge enteist werden müssten, sagte ein Sprecher. Die Rollwege und Start- sowie Landebahnen seien aber noch in der Nacht mit einer speziellen Flüssigkeit behandelt worden, um einen gefahrlosen Flugverkehr zu ermöglichen. Von 5.00 Uhr an dürften in München Flugzeuge landen, von 6.00 Uhr an starten, sagte der Sprecher. Am Münchner Flughafen gilt ein Nachtflugverbot für den regulären Passagierverkehr zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens.
Der Flughafen Nürnberg meldete auf seiner Webseite mindestens neun verspätete Abflüge seit Mitternacht, vor allem bedingt durch die notwendige Enteisung der Flieger. Ein Sprecher sagte am Morgen zudem: „Es wird durchgängig geräumt.“ Zudem würden Flugzeuge vor dem Start weiter enteist.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits am Sonntag vor Glatteis durch gefrierenden Regen im südlichen Mittelfranken bis nach Ober- und Niederbayern gewarnt. Der Bayerische Wald sei aber nicht betroffen, hieß es.
In der Nacht zum Dienstag könnte sich in Niederbayern und dem östlichen Oberbayern beim Übergang von Regen in Schnee erneut Glatteis bilden. Auch in Franken sei dies bei leichtem Nieselregen möglich.
Mancherorts schneit es heute weiter, insbesondere im Bayerischen Wald, wo bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet werden. Vom Fichtelgebirge bis zur Oberpfalz könnten drei bis fünf Zentimeter fallen. Von Schwaben bis nach Mittelfranken könnte es anhaltend regnen.
Vielerorts werden Liftanlagen aus Mangel an Schnee stillgelegt. Doch das kleine Dorf Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald rüstet mit neuen Liften und Schneekanonen auf. Kann das in Zeiten des Klimawandels gut gehen?
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