Über Willi Münzenberg, den „roten Hugenberg“ und kommunistischen „Propaganda-Zaren“, ist viel geschrieben worden, ohne dass alle Aspekte dieser schillernden Persönlichkeit und ihres Wirkens verstanden wurden. Vor allem das Geheimnis seines Todes im Frühsommer 1940 in der Nähe der französischen Kleinstadt Saint-Marcellin ist bis heute ungelöst. Erst Monate später wurde der halb verweste Körper Münzenbergs gefunden, um den Hals einen Strick, dessen anderes Ende noch von einem nahen Baum hing. War es ein politischer Mord an einem Abtrünnigen im Auftrag Stalins, ein zweiter Fall Trotzki, oder vielleicht doch die Selbsttötung eines Erschöpften und Verzweifelten, der keinen Ausweg mehr sah? Die Todesursache bleibt auch im Buch der schwedischen Journalistin und Autorin Ingrid Carlberg im Unklaren, doch lässt sie keinen Zweifel daran, dass Münzenbergs politische Strategien der politischen Beeinflussung breiter Menschengruppen ihn überlebt haben und bis heute, im Zeitalter von Trollfabriken und Social Bots, eifrige Nachahmer finden.
