Seit Tagen blicke ich dauernd auf mein Smartphone und hoffe, dass auf Whatsapp endlich der zweite Haken erscheint, der anzeigt, dass meine Nachrichten Euch erreicht haben und Ihr hoffentlich rasch bestätigt, unversehrt zu sein. Wie zu befürchten war, als das Internet gesperrt wurde, versucht das Regime nach zwei Wochen relativer Zurückhaltung den nächsten Aufstand blutig niederzuschlagen, der Iran erfasst hat. Nicht mehr nur von Dutzenden, sondern von zweitausend Toten und mehr war am Wochenende plötzlich die Rede, und dann erreichten uns am Sonntag die Videos von der Gerichtsmedizin in Karizak im Süden Teherans, wo Angehörige zwischen Hunderten Leichensäcken weinen und klagen, die auf dem Boden verstreut liegen. Die Bilder sollen von Freitag sein, heißt es, auch wenn unklar bleibt, wer genau die Leichen sind.
