SZ 22.02.2026
09:11 Uhr

(+) Film: „Das ewige Warten auf ein Urteil ist eine Art sozialer Tod“


İlker Çatak gewinnt bei der Berlinale den Preis für den besten Film: „Gelbe Briefe“ erzählt von der Verfolgung von Künstlern in der  Türkei. Ein Gespräch über die Mechanismen von Erdoğans Machtapparat und die Frage, warum diese Geschichte auch in Donald Trumps Amerika spielen könnte.

(+) Film: „Das ewige Warten auf ein Urteil ist eine Art sozialer Tod“

Nach der Oscar-Nominierung für „Das Lehrerzimmer“ (2023) gleich der nächste große Preis für İlker Çatak: Am Samstag wurde der 42-jährige Regisseur für sein Drama „Gelbe Briefe“ mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet, dem Hauptpreis des Festivals. Der Film handelt von einem regierungskritischen Künstlerehepaar in Ankara, das ins Visier der Erdoğan-Regierung gerät, durch sogenannte „Gelbe Briefe“ der Behörden seine Jobs verliert und in eine tiefe Krise rutscht. Çatak zielt mit seiner Geschichte aber nicht nur auf die politische Gegenwart der Türkei. „Gelbe Briefe“ könnte durchaus auch in manch westlichem Land spielen, was besonders den amerikanischen Journalisten nicht entgangen ist während des Festivals. Der Kritiker des Magazins Deadline zum Beispiel schrieb zur Weltpremiere, dass das Werk „der wichtigste Film sein könnte, der bislang über Donald Trumps Amerika gedreht wurde“. Das Gespräch mit İlker Çatak fand noch vor der Auszeichnung am Wochenende statt.

Mit einer hochpolitischen Abschlussgala kommt eine besonders stürmische Berlinale zu einem versöhnlichen Abschluss. Vor allem für das deutsche Kino ist der Abend ein großer Erfolg.

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