SZ 03.01.2026
10:20 Uhr

(+) Explosionen in Caracas: USA haben Venezuela angegriffen - Maduro ruft Notstand aus


Über der Hauptstadt sind in der Nacht auf Samstag Rauchwolken zu sehen. Teilweise gibt es keinen Strom. Die venezolanische Regierung spricht von einem Angriff auf das Land.

(+) Explosionen in Caracas: USA haben Venezuela angegriffen - Maduro ruft Notstand aus

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro soll im Gewahrsam der USA sein. Das gab US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social bekannt. „Die Vereinigten Staaten von Amerika haben einen groß angelegten Schlag gegen Venezuela und seinen Anführer Präsident Nicolas Maduro ausgeführt“, schrieb Trump in einem Post. Maduro sei mitsamt seiner Ehefrau gefangen genommen und außer Landes geflogen worden. Weitere Details würden im Laufe des Tages bekanntgegeben. Um 17 Uhr deutscher Zeit soll es eine Pressekonferenz dazu geben.

In Caracas und anderen Teilen Venezuelas hatten sich in der Nacht eine Reihe von Explosionen ereignet. Laut US-Medien soll Trump Angriffe auf das südamerikanische Land genehmigt haben. Venezuelas ‍Präsident Nicolás Maduro rief den nationalen Notstand aus.

Auf vom Fernsehsender NTN24 veröffentlichten Bildern waren Explosionen und Rauchwolken im nächtlichen Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt.  Auch die Militärbasis Fuerte Tiuna, die im Süden der Stadt liegt, soll bombardiert worden sein, ebenso wie die Kaserne La Montaña, in der sich das Grab des früheren Staatschefs Hugo Chávez befindet.

CNN berichtete von Stromausfällen in Teilen von Caracas. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Was der Auslöser der Explosionen war, blieb zunächst unklar.

In einer Stellungnahme spricht die venezolanische Regierung von Angriffen auf das Land. Demnach habe es Attacken in Caracas sowie in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira gegeben. Betroffen sein soll auch der Flughafen Higuerote. Präsident Donald Trump habe die Angriffe genehmigt, berichtete CBS News unter Berufung auf US-Beamte. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro sprach auf der Plattform X von einem Angriff auf Venezuela. Der UN-Sicherheitsrat müsse sofort zusammentreten, forderte Petro.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersagte Flüge rund um Venezuela. „In Zusammenhang mit den andauernden militärischen Aktivitäten“ ist der Betrieb von kommerziellen und privaten US-Flügen in bestimmten Gebieten verboten, wie aus einer sogenannte Notam (Notice to Airmen, Hinweise an Piloten) hervorgeht. Konkret handelt es sich um die venezolanische Küstenstadt Maiquetía, die Karibikinsel Curaçao, um Piarco auf der Insel Trinidad sowie um San Juan auf Puerto Rico.

Die Trump-Regierung hatte die Sanktionen gegen Venezuela in den vergangenen Wochen ausgeweitet und ihre Militärpräsenz in ⁠der Region verstärkt. Es gab mehr als zwei Dutzend Angriffe auf Schiffe, die angeblich ‍am Drogenhandel im Pazifik und ‌in der Karibik beteiligt waren. US-Präsident Donald Trump bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen Land.

Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft dem Weißen Haus vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Im Oktober hatte Trump öffentlich bestätigt, dass er verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt habe. Der US-Präsident erklärte zudem, Maduros Tage an der Staatsspitze seien gezählt.

Das US-Militär setzt weiter Öltanker vor venezolanischen Häfen fest und schießt auf mutmaßliche Drogenkuriere. Präsident Maduro will trotzdem nicht auf sein Amt verzichten – sondern lieber Geschäfte machen.

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