SZ 25.12.2025
16:31 Uhr

(+) Englischer Garten in München: Die Eisbachwelle ist zurück


Seit dem ersten Weihnachtstag lässt sich an dem weltbekannten Spot am Englischen Garten in München wieder surfen. Zwei Monate lang hatte sich die Welle nicht mehr aufgebaut. Offen ist die Frage, wer da was im Wasser verändert hat.

(+) Englischer Garten in München: Die Eisbachwelle ist zurück
Die Eisbachwelle funktioniert wieder. Die ersten Surfer sind schon da. (Foto: Stephan Rumpf)

Die Eisbachwelle ist zurück. Seit dem ersten Weihnachtstag funktioniert sie wieder, die ersten Surfer waren am Donnerstag bereits im Wasser. Am Geländer der Brücke, die über den Kanal führt, hängt ein Transparent mit den Worten: „Just watch. Merry X-Mas.“ – Schau her. Frohe Weihnachten.

Mehrere Surfer, mit denen die SZ am Donnerstagnachmittag sprach, bestätigten, dass die Welle seit diesem Tag wieder funktioniere. Was offenbar über Nacht im Wasser verändert wurde, ist unklar. Man darf aber davon ausgehen, dass die Veränderung nicht von der Stadt München vorgenommen wurde, an Heiligabend waren die zuständigen Mitarbeiter sicherlich nicht im Einsatz. Noch am Vortag prangte am Brückengeländer ein Plakat mit der Forderung „Let Surfers fix the Wave!“ – Lasst die Surfer die Welle reparieren.

Gut möglich also, dass Mitglieder der Surf-Community etwas im Wasser angebracht haben, sodass sich die weltberühmte Welle wie früher bildet. Man erkennt vom Ufer aus mehrere Seile, die vom Brückenpfeiler ins Wasser führen.

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Nach einer Bachauskehr Ende Oktober war die Welle verschwunden. Mitarbeiter der Stadt hatten den Eisbach offenbar so gründlich gereinigt, dass sich die Welle nicht mehr aufbaute. Seither überlegten Fachleute, wie sich die Welle wieder herstellen lässt. Sie ist zu einem international bekannten Symbol für Münchner Lebensfreude geworden. Daran änderte auch der tödliche Unfall im Frühjahr nichts, bei dem eine Surferin dort zu Tode kam und die Welle für mehrere Wochen gesperrt war. Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass Surfer bereits in früheren Jahren an der Welle herummanipuliert hatten.

Am Donnerstagnachmittag ist das Surfvergnügen noch nicht das alte, glaubt man ein paar der Sportler. Der Wasserstand sei zu niedrig. Einer schätzt, dass er 15 bis 30 Zentimeter unter dem für die Welle passenden Niveau liege. Ein Surfer, der seinen Namen nicht verraten will, schimpft ein wenig auf die Stadt München, weil diese die Welle kaputt gemacht habe, und er klagt, dass die vergangenen Wochen für die Surferszene sehr schwer gewesen seien. Aber dann freut er sich über die Weihnachtsüberraschung: „Es funktioniert und das ist gut.“

Leon Kuntz zieht gerade seinen Neoprenanzug vollends an. Er habe das letzte Jahr über pausiert mit Surfen, nun wolle er die Welle wieder ausprobieren. Schauen, wie es sich mit dem Wasserstand verhält, sich „langsam rantasten“, sagt er.

Und? Wer hat was gemacht über Nacht? Keiner weiß was, und wenn es einer wüsste, dann verrät er es nicht. Einer sagt: „Das Christkind war da.“

Was über die weltberühmte Attraktion bekannt ist, stimmt offenbar nicht ganz: Die Wasserwalze entstand nicht einfach so, zumindest nicht immer. Surfer haben mit verbotenen Tricks nachgeholfen. War es das mit dem Ganzjahresspaß?

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