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13.02.2026
13:37 Uhr
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Ist die aktuelle Wasserwalze gefährlich? Teile der Surf-Community widersprechen den Darstellungen der Behörden und des Oberbürgermeisters. Ihre Befürchtung: Hier gehe es um ein „faktisches Ende des Surfens an der Eisbachwelle“.

Der Streit um das Vorgehen der Stadt an der Eisbachwelle geht weiter. Mit „großer Sorge und deutlichem Protest“ reagieren Teile der Surf-Community auf eine von der Stadt München erlassene Verfügung, die den Sport am Haus der Kunst aktuell komplett verbietet. In einem offenen Brief, den der Surf Club München am Donnerstagnachmittag veröffentlichte, wird die Argumentation der Verwaltung als „unverständlich“ kritisiert und klargestellt: „Die Surferinnen und Surfer dieser Stadt haben nie darum gebeten, das Surfen einzustellen.“
Dies hatte die Stadt am Tag zuvor behauptet. Sie hatte schriftlich erklärt: „Im Gespräch der Stadtverwaltung mit der Surfcommunity und dem Wasserwirtschaftsamt im Rathaus haben die Vertreter*innen der Surfgemeinde erläutert, dass derzeit die Welle auch ohne Einbauten zum Teil stehe und teilweise gesurft werde. Dies sei lebensgefährlich, da an der Stelle zum größten Teil nicht surfbares Weißwasser vorherrsche.“ Weil dieses eine Gefahr darstelle, werde das Surfen auf der Welle vom 11. Februar 2026 an „bis auf Weiteres verboten“.
Im Gespräch mit dem Radiosender Gong 96,3 hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zudem erläutert: Während der Versuche, die die Surfer aktuell vornehmen und mit denen ergründet wird, wie die Welle dauerhaft wieder surfbar gemacht werden kann, sei es „extrem gefährlich“, aufs Wasser zu gehen. Dieser Hinweis sei von den Surfern selbst gekommen.
Auch dieser Darstellung widerspricht der Surf Club, der eine von zwei Interessenvertretungen darstellt, die an der Eisbachwelle aktiv sind. „Selbstverständlich können talentierte Surferinnen und Surfer auch unter schwierigeren Bedingungen mit höherem Weißwasseranteil surfen“, heißt es in dem offenen Brief. Und weiter: Es dränge sich der Eindruck auf, dem Umweltreferat gehe es „um ein faktisches Ende des Surfens an der Eisbachwelle“. Der Club fordert die unverzügliche Aussetzung der Allgemeinverfügung.
Dies wiederum wies die Stadt am Freitag schriftlich zurück. Die halbe Welle stelle, so hätten es die Surfer bei einem Treffen im Rathaus am 6. Februar selbst ausgeführt, für ungeübte Surfer ein „lebensgefährliches sogenanntes Tosbecken mit Weißwasserbereich“ dar. Weil eine Unterscheidung zwischen geübten und nicht geübten Surfern zu treffen, aus juristischer Sicht nicht möglich sei und die Surfvereine für die akute Gefahrenlage keine Verantwortung übernehmen könnten, sei eine Komplettsperrung nötig.
An dem Surf-Spot in der Münchner Innenstadt war im April 2025 eine Frau tödlich verunglückt. Seit einer Flussreinigung Ende Oktober baut sich die Welle nicht mehr wie zuvor auf. Aktuell laufen Untersuchungen, wie diese – möglicherweise durch Einbauten – wieder hergestellt werden kann.
Seit Monaten gelingt es nicht, die bekannte Surfwelle am Haus der Kunst in München wiederherzustellen. Warum der Streit darüber nun eskalierte – und wie es jetzt weitergehen könnte. Antworten auf die wichtigsten Fragen.
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