SZ 07.01.2026
13:58 Uhr

(+) Eisbachwelle: OB Reiter: „Ich will, dass im Frühjahr wieder gesurft werden kann“


Münchens Oberbürgermeister kündigt weitere Gespräche zwischen Stadt und Surfern an und bekräftigt das Ziel, die Welle in den kommenden Monaten zurückzubringen.

(+) Eisbachwelle: OB Reiter: „Ich will, dass im Frühjahr wieder gesurft werden kann“

Nach seinem Weihnachtsurlaub hat sich nun auch Oberbürgermeister Dieter Reiter zur Debatte um die derzeit nicht surfbare Eisbachwelle eingeschaltet und das Ziel bekräftigt, den Spot so schnell wie möglich wieder für die Sportler nutzbar zu machen. „Ich will auf jeden Fall, dass im Frühjahr wieder gesurft werden kann“, erklärte der SPD-Politiker in einer Videobotschaft auf Instagram.

Um das zu ermöglichen, sollen noch in dieser Woche Vertreter der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) und des Surf Club München mit den zuständigen Stellen der städtischen Verwaltung darüber beraten, wie das Surfen auf der Eisbachwelle sicher und rechtssicher werden kann, so Reiter.

In den Gesprächen soll es auch darum gehen, ob und wenn ja, welche Einbauten für die Wiederbelebung der Welle notwendig sind. Reiter erklärte, die Aktion von Surf-Aktivisten in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag hätte ihm den Effekt solcher Vorrichtungen verdeutlicht. „Potzblitz, man kann die Welle relativ schnell wieder aufbauen“, so Reiter.

Mithilfe von Brettern war die Welle für mehrere Tage wieder surfbar, bevor die Verwaltung diese entfernen ließ. Anders als seine Stellvertreterin Verena Dietl (ebenfalls SPD), die nach dem Eingreifen der Stadt von einer „unbefriedigenden Situation“ sprach, stärkte Reiter seinen Mitarbeitern den Rücken. Die Verantwortung für etwaige Unfälle hätte bei der Stadt gelegen, erklärte der Rathauschef. „Das konnte man nicht zulassen.“

Die nach einem tödlichen Unfall im April vorübergehend gesperrte Eisbachwelle ist seit einer Flussreinigung durch das städtische Baureferat im Oktober nicht mehr als Surfspot nutzbar. Um die Wiederbelebung der Welle ist seitdem ein Streit zwischen Stadtverwaltung und Surfern entbrannt. Die Sportler wollten in einem offiziell genehmigten Versuch den Surfspot wieder nutzbar machen und kritisierten die zahlreichen Auflagen, die die Stadt für das Projekt forderte. Auch das Entfernen der Rampenkonstruktion, die Surfer an Weihnachten in den Eisbach eingebracht hatten, fand bei den Sportlern wenig Verständnis.

Reiter war für sein Schweigen über den Jahreswechsel von der Rathausopposition kritisiert worden. Nun stellt er mit erneuten Gesprächen zwischen Stadt und Surfern ein Ende des Streits in Aussicht. Dem Rathauschef dürfte daran gelegen sein, den Konflikt möglichst rasch beizulegen – und so zu verhindern, dass die Welle noch stärker als ohnehin schon in den Kommunalwahlkampf schwappt.

Freiheit und Lässigkeit: Dafür stehen die Surfer, die sich auf den Eisbach in München wagen. Alle wollen, dass sie zurückkehren, aber das letzte Wort haben die Behörden. Oder etwa doch nicht? Ein deutsches Lehrstück.

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