SZ 01.01.2026
21:24 Uhr

(+) Einsätze zu Silvester: Zwei Tote durch Pyrotechnik in Bielefeld – Hunderte Festnahmen in Berlin


Zwei junge Männer haben sich mit selbst gebauter Pyrotechnik tödlich verletzt. In Berlin hat die Polizei schon vor Mitternacht hundert Menschen festgenommen, am Ende der Nacht waren es 430. Das bundesweite Einsatzgeschehen im Überblick.

(+) Einsätze zu Silvester: Zwei Tote durch Pyrotechnik in Bielefeld – Hunderte Festnahmen in Berlin
Polizisten gehen während der Silvesternacht in Neukölln über eine Straße. (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Nicht überall ist es zu Silvester friedlich geblieben: Zum Jahreswechsel ist es in Deutschland zu zahlreichen Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Mindestens zwei Menschen starben zudem durch Pyrotechnik. In Berlin gab es Hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren landesweit im Großeinsatz.

In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbst gebauter Pyrotechnik ums Leben. Die jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen, wie die Polizei mitteilte. Zuvor berichtete die Bild darüber.

In der Silvesternacht zeigt sich die Millionenstadt Rom von ihrer schönsten Seite – und ihrer schmutzigsten. Überhaupt spielt Umweltschutz in Italien nicht die größte Rolle, das zeigt auch der Umgang vieler mit dem Müll.

Einer der Vorfälle ereignete sich im Stadtteil Baumheide. Dort starb einer der Männer den Angaben zufolge noch am Unfallort. Der Verletzte im Stadtteil Brake erlag seinen Verletzungen nach Reanimationsversuchen im Krankenhaus. Um welche Pyrotechnik es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. Der Bild-Zeitung zufolge starb einer der Männer auf einem Spielplatz, nachdem er ein selbst gebasteltes Rohr mit Pyro-Sprengmitteln gefüllt und vor seinem Gesicht angezündet hatte.

In Berlin hat die Polizei in der Silvesternacht 430 Menschen wegen gefährlicher Böllerei und des Abschießens von Raketen kurzzeitig festgenommen. Schon vor Mitternacht wurden der Polizei zufolge mehr als 100 Menschen in Gewahrsam genommen. Trotzdem sei die Silvesternacht in der Hauptstadt nicht so problematisch verlaufen wie in vorigen Jahren. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zogen eine positive Bilanz zum Einsatzkonzept gegen Böllerkrawalle. Die allermeisten Menschen begrüßten das Jahr 2026 friedlich feiernd, davon allein 25 000 bei einer Party am Brandenburger Tor.

Spranger sagte, das entschiedene Vorgehen gegen illegales Feuerwerk und das konsequente Eingreifen der Polizei in der Nacht hätten sich als richtig erwiesen. „Dennoch haben wir auch diesmal Gewalt und einen unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerk erlebt, bei dem Unbeteiligte und Einsatzkräfte zu Schaden kamen.“ Die vorläufige Bilanz der Polizei: 2 340 Einsätze zwischen 18 Uhr und 6  Uhr morgens sowie 800 Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Angriffen auf Polizisten, Widerstand, Brandstiftungen, Körperverletzungen und Landfriedensbruch. 35 Polizisten wurden demnach verletzt, 2 davon so schwer, dass sie stationär in Krankenhäusern aufgenommen werden mussten.47 Fahrzeuge, vor allem Autos, wurden in der Nacht angezündet oder gerieten in Brand.

Besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding sei die Böllerei auf den Straßen ziemlich heftig ausgefallen, sagte Polizeisprecher Florian Nath der dpa. Manche Menschen schossen dem Sprecher zufolge Raketen waagerecht durch die Gegend und warfen Böller auf andere. Der Alexanderplatz blieb hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt wurde. Auch die anderen drei großen Pyro-Verbotsbereiche in Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg würden sich bewähren.

In Bayern sprachen mehrere Polizeipräsidien von einer eher gewöhnlichen Silvesternacht. Bei der großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben etwa 10 000 Menschen ohne Zwischenfälle. Andernorts hatten Feuerwehr und Polizei keinen so friedlichen Jahreswechsel. Als „sehr flammenreich“ beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Auch mehrere andere Polizeipräsidien berichten von vielen Einsätzen wegen Bränden – meistens kleineren Feuern wie brennende Hecken, Mülleimern und Garagen. Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Ansbach wurde ein Bewohner leicht verletzt. In Würzburg starb eine 88-Jährige nach einem Feuer in ihrer Wohnung. Nach ersten Erkenntnissen der Brandermittler hatte wahrscheinlich eine Rakete das Feuer auf dem Balkon des Mehrfamilienhauses verursacht. Die Flammen griffen von dort auf die Wohnung über.

Während mehrere Tausend Menschen in der Stadt friedlich feierten, mussten die Beamten allein wegen Pyrotechnik und Bränden mehr als 160 Mal ausrücken.

In Hamburg wurden nach bisherigen Erkenntnissen mindestens zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Bremens Innensenatorin Eva Högl kritisierte die Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute in der Silvesternacht als „erschreckend“.

Die Polizei in Leipzig wurde mit Pyrotechnik angegriffen. Auf die Einsatzkräfte wurden Böller geworfen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen. Die Zwischenfälle und Brände beschränkten sich aber nicht nur auf die bekannten Gebiete, auch in der Leipziger Innenstadt gab es diverse Feuer, wie Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichten.

Ein 23-Jähriger hat in der Nähe von Rostock durch einen explodierten Böller seine linke Hand verloren. Der Mann kam in der Silvesternacht in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

In Hagen sind gleich mehrere Dachstühle in der Silvesternacht ausgebrannt. Das Feuer habe von einem brennenden Baum zunächst auf ein Haus übergriffen, sagt ein Polizeisprecher. Von dort hätten die Flammen die Dächer zweier weiterer Objekte eines Gebäudekomplexes entzündet, die Gebäude brannten vollständig aus. Nun wird ermittelt, ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper hervorgerufen wurde.

Ein Brand im Dachstuhl eines historischen Gebäudes am Domplatz in Erfurt griff auf zwei angrenzende Häuser über. Laut der Feuerwehr löste vermutlich eine Silvesterrakete den Brand aus.

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus im Landkreis Ludwigsburg wiederum wurden neun Menschen leicht verletzt. Neben sechs Bewohnern des Hauses seien auch drei Feuerwehrleute betroffen gewesen, teilte die Polizei mit. Das Feuer brach im Flur des Hauses in Korntal-Münchingen aus. Die Ursache ist noch unklar.

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