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01.01.2026
09:19 Uhr
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Zwei junge Männer haben sich mit selbst gebauter Pyrotechnik tödlich verletzt. In Berlin hat die Polizei schon vor Mitternacht 100 Menschen festgenommen – bis 1 Uhr stieg die Zahl auf 300. Der Überblick des bundesweiten Einsatzgeschehens.

Polizisten gehen während der Silvesternacht in Neukölln über eine Straße. (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)
Nicht überall ist es zu Silvester friedlich geblieben: Zum Jahreswechsel ist es in Deutschland zu zahlreichen Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Mindestens zwei Menschen starben zudem durch Pyrotechnik. In Berlin gab es Hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren landesweit im Großeinsatz.
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei zwei Unfällen mit selbst gebauter Pyrotechnik ums Leben. Die jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen, wie die Polizei mitteilte. Zuvor berichtete die Bild darüber.
In der Silvesternacht zeigt sich die Millionenstadt Rom von ihrer schönsten Seite – und ihrer schmutzigsten. Überhaupt spielt Umweltschutz in Italien nicht die größte Rolle, das zeigt auch der Umgang vieler mit dem Müll.
Einer der Vorfälle ereignete sich im Stadtteil Baumheide. Dort starb einer der Männer den Angaben zufolge noch am Unfallort. Der Verletzte im Stadtteil Brake erlag seinen Verletzungen nach Reanimationsversuchen im Krankenhaus. Um welche Pyrotechnik es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. Der Bild-Zeitung zufolge starb einer der Männer auf einem Spielplatz, nachdem er ein selbst gebasteltes Rohr mit Pyro-Sprengmitteln gefüllt hatte und vor seinem Gesicht anzündete.
In Berlin hat die Polizei in der Silvesternacht mehr als 300 Menschen wegen gefährlicher Böllerei und Abschießens von Raketen festgenommen. Diese Zahl nannte die Behörde um kurz nach 1 Uhr. Schon vor Mitternacht wurden demnach mehr als 100 Menschen in Gewahrsam genommen. Trotzdem sei die Silvesternacht in der Hauptstadt nicht so problematisch verlaufen wie in vorigen Jahren: „Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr“, sagte Polizeisprecher Florian Nath der dpa in einer ersten vorläufigen Bilanz gegen 3 Uhr.
Besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding sei die Böllerei auf den Straßen ziemlich heftig ausgefallen, sagte Polizeisprecher Nath der dpa. Manche Menschen schossen dem Sprecher zufolge Raketen waagerecht durch die Gegend und warfen Böller auf andere. Der Alexanderplatz blieb hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt worden sei. Auch die anderen drei großen Pyro-Verbotsbereiche in Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg würden sich bewähren.
In Bayern sprachen mehrere Polizeipräsidien von einer eher gewöhnliche Silvesternacht. Bei der großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben etwa 10 000 Menschen ohne Zwischenfälle den Jahreswechsel. Andernorts hatten Feuerwehr und Polizei keinen so friedlichen Jahreswechsel. Als „sehr flammenreich“ beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Auch mehrere andere Polizeipräsidien berichten von vielen Einsätzen wegen Bränden - meistens kleineren Feuern wie brennende Hecken, Mülleimern und Garagen. In Oberbayern Nord seien solche Feuer fast ausschließlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Von vielen Einsätzen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern berichtet auch ein Sprecher für Schwaben Nord.
Während mehrere Tausend Menschen in der Stadt friedlich feierten, mussten die Beamten allein wegen Pyrotechnik und Bränden mehr als 160 Mal ausrücken.
Ein Bewohner wurde bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Ansbach leicht verletzt. In den zwei zusammengebauten Gebäuden seien 40 Menschen gemeldet, sagte ein Sprecher. Die Löscharbeiten dürften sich noch Stunden ziehen. Feuerwehrleute finden den Angaben zufolge immer wieder Brände in dem Gebäude. Die Bewohner kamen deshalb provisorisch in einer gegenüberliegenden Halle unter. Nach ersten Erkenntnissen liege der Schaden bei mindestens zwei Millionen Euro, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken am frühen Morgen mit.
In Hamburg wurden nach bisherigen Erkenntnissen mindestens zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Wie schwer die Polizisten verletzt wurden, ging aus der Mitteilung nicht hervor. „Der weit überwiegende Teil der Hamburgerinnen und Hamburger startete friedlich in das neue Jahr“, hieß es in der einer Mitteilung. Nach bisherigen Erkenntnissen sprachen die Beamten von einem silvestertypischen Einsatzverlauf. Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen in der Nacht zunächst nicht vor.
In den Abendstunden schickte die Polizei nach eigenen Angaben verstärkt Kräfte in den Stadtteil Steilshoop. Dort wurde demnach Pyrotechnik auf Passanten, Einsatzkräfte und Wohnobjekte geworfen. Die Situation konnte den Angaben zufolge im Verlauf der Silvesternacht beruhigt werden. Mehrere Personen seien festgestellt worden, erhielten einen Platzverweis oder seien in Gewahrsam genommen oder festgenommen worden.
Im Stadtteil St. Pauli soll aus einer Gruppe von etwa 15 Personen Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen worden sein. Einsatzkräfte konnten die Situation demnach beruhigen. Im Phoenix-Viertel in Harburg meldeten Passanten, dass sie mit Schreckschusswaffen beschossen worden seien. Mutmaßliche Verursacher wurden laut Polizei nicht identifiziert.
Die Polizei in Leipzig wurde ebenfalls mit Pyrotechnik angegriffen. Auf die Einsatzkräfte wurden Böller geworfen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen.Die Zwischenfälle und Brände beschränkten sich aber nicht nur auf die bekannten Gebiete, auch in der Leipziger Innenstadt gab es diverse Feuer, wie Reporter der Deutschen Presseagentur berichten.In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht regelmäßig zu Ausschreitungen in Leipzig.
Ein 23-Jähriger hat in der Nähe von Rostock durch einen explodierten Böller seine linke Hand verloren. Der Mann kam in der Silvesternacht mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Um was für einen Böller es sich bei dem Vorfall in der Gemeinde Reddelich im Landkreis Rostock handelte, war zunächst nicht bekannt.
In Hagen sind gleich mehrere Dachstühle in der Silvesternacht ausgebrannt. Das Feuer habe von einem brennenden Baum zunächst auf ein Haus übergriffen, sagt ein Polizeisprecher. Von dort hätten die Flammen die Dächer zweier weiterer Objekte eines Gebäudekomplexes in Brand gesetzt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da die Feuerwehr in dem höher gelegenen Stadtteil Selbecke Probleme mit der Wasserversorgung hatte. Das Wasser sei für die Anwohner abgestellt worden, berichtete die Westfalenpost. Die Gebäude brannten vollständig aus. Verletzt wurde laut Polizei niemand.
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus im Landkreis Ludwigsburg wurden neun Menschen leicht verletzt. Neben sechs Bewohnern des Hauses seien auch drei Feuerwehrleute betroffen gewesen, teilte die Polizei mit. Das Feuer brach im Flur des Hauses in Korntal-Münchingen aus, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Wie es dazu kam, war zunächst unklar.
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