SZ 29.08.2026
09:23 Uhr

(+) Eichmann-Prozess: „Die Rettungsversuche ziehen sich bis in die Neunziger“


Der Historiker Klaus-Dietmar Henke über die schwierigen Anfänge der BRD nach dem Nationalsozialismus, die vielen Lügen dieser Zeit – und darüber, wie der NS-Kollaborateur Hans Globke Kanzleramtschef bleiben konnte.

(+) Eichmann-Prozess: „Die Rettungsversuche ziehen sich bis in die Neunziger“
Klaus-Dietman Henkes Buch „Vergangenheitsabwehr“ erscheint am 16. September im Ch. Links Verlag (Berlin 2026, 672 Seiten, 50 Euro).
Privat

Der Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke, 79, war stellvertretender Leiter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, Direktor des Hannah-Arendt-Instituts in Dresden, Abteilungsleiter der Gauck-Behörde und Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Frühgeschichte des Bundesnachrichtendienstes. In mehreren Büchern hat er sich mit der illegalen Inlandsspionage des BND beschäftigt. Sein neuestes trägt nicht zufällig den Titel „Vergangenheitsabwehr“. Darin kann Henke auf der Basis bisher unzugänglichen Archivmaterials zum ersten Mal ausführlich schildern, wie es dem BND gelang, beim Prozess in Jerusalem einen Spitzel in die Verteidigung einzuschleusen und das Verfahren im Sinn der Adenauer-Regierung zu lenken. Es sollte mit aller Macht verhindert werden, dass die Vergangenheit von Hans Globke, der rechten Hand des Kanzlers, zur Sprache kam.

Charlotte Knobloch hat einmal geglaubt, die jüdischen Gemeinden seien im neuen Deutschland angekommen. In ihrem Buch „Trotzdem weiter“ berichtet sie, warum diese Zuversicht schwindet.

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