Es war die Szene dieser Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf und wohl das Bild, das von den Königen der Lüfte bleiben wird in dieser Saison, auch wenn das größte Ereignis, die Olympischen Winterspiele, noch gar nicht begonnen hat. Als der Norweger Marius Lindvik am späten Sonntagnachmittag als vierter Springer seiner Nation im Teamwettbewerb auf dem Balken saß, im dichten Schneetreiben, da schossen plötzlich von hinten zwei herrenlose Ski auf ihn zu. Einer prallte quer gegen seine Bindung und trudelte dann unkontrolliert die Anlaufspur hinunter, der andere fuhr rechts an ihm vorbei, pfeilschnell Richtung Schanzentisch. Er hob ab, flog 40, 50 Meter weit, wie einst der Brite Eddie the Eagle, und hielt erst unten im Auslauf wieder an. Auch der zweite Ski sauste hinunter, wenn auch weniger spektakulär.
