SZ 04.03.2026
20:17 Uhr

(+) Die besten Sprüche vom Nockherberg: Mit Bayernfahne und Robben-Bratwurst-Weckla


Söder als Jon Snow in Grönland, Aiwanger als Rambo aus Rottenburg und Merz mit Pfeil und Bogen: Wie sich der neue Fastenprediger Stephan Zinner die Polit-Prominenz vorknöpft. Die besten Sprüche.

(+) Die besten Sprüche vom Nockherberg: Mit Bayernfahne und Robben-Bratwurst-Weckla

Über das Selbstverständnis der CSU: „Wenn Bayern mal nicht „spitze“ ist, nicht geil, dann liegt’s an Berlin oder denen in Brüssel. Es gibt dafür sogar ein Wort: Regionalpopulismus! Die bayerische Staatsregierung und Bescheidenheit, das geht so gut zusammen wie 1860 München und ein ruhiger Saisonverlauf.“

Über den Vorwurf, dass Markus Söder zu selten im Landtag sitzt: „Also, das ist schon frech, ich mein, als bayerischer Ministerpräsident hat man schließlich zu tun. Da muss man sich unter Umständen auch mal ein benachbartes Bundesland anschauen, das man annektieren möchte. Und ehrlich gesagt, hatte ich gedacht, dass Sie mal in Grönland aufschlagen jetzt, aber da ist Ihnen mein Vorgänger zuvorgekommen. Des wäre super gewesen, sie als Jon Snow, diesmal im echten Schnee, mit der Bayernfahne in der Rechten und in der Linken ein Robben-Bratwurst-Weckla – Insta-Gold.“

Über Friedrich Merz: „Wenn das die ‚Letzte Patrone der Demokratie‘ ist, dann sollte er lieber auf Pfeil und Bogen umschulen, dann hat er vielleicht noch a bissl was im Köcher.“

Über die weltpolitische Lage: „Seit dem letzten Singspiel hat sich schon einiges verändert: Ein Wahnsinniger im Osten und ein Wahnsinniger im Westen und wir dazwischen. Und wenn die die Po-Backen zusammenkneifen, wird es eng in der Mitte.“

Über Hubert Aiwanger und sein Foto mit einer Drohnen-Abwehrkanone:  „Wie Sie da so lässig diese riesige Kanone auf Ihre Schulter geworfen haben! John Rambo aus Rottenburg an der Laaber. Aber ganz seriös mit Anzug und Krawatte. Kriegsheld trifft Kreissparkasse. Fürchtet euch nicht!“

Über die Debatte zur Wehrpflicht: „Mich wundert das nicht, dass da nicht alle jubelnd auf der Panzerwiese rumhüpfen. Und warum eigentlich nur die Burschen? Meine Frau schießt definitiv besser als ich. Ich treff’ ja nicht einmal die gelbe Tonne.“

Über das Charisma der SPD: „Ich mein, schon allein ihr Parteivorsitzender, der Klingbeil Lars, der hat ein Charisma wie ein Einbau-Kühlschrank. Gut, er kann ,Wonderwall‘ auf der Gitarre spielen, das kann mein Kühlschrank nicht.“

Zum Personalmangel bei der Bekämpfung von Steuerbetrug: „Das ist so, wie wenn ich mit der Familie in den Urlaub fahre und sage: ,Ich hab’ leider zu wenig Benzin im Tank, drum fahr’ ich jetzt auf der Autobahn nur 30. Dann kommen wir halt in Italien an, wenn die Ferien vorbei sind!“

Jonas Schützeneder, Professor für Digitaljournalismus, zur Frage, ob Stephan Zinner einen guten Start haben wird, warum Maxi Schafroth gehen musste und das Singspiel besser ankommt als die Fastenpredigt.

Über den Vorschlag eines Parteien-TÜVs: „Da wird geschaut: Bremsen? Lichter? Demokratieverständnis? Korruptions-Airbag? Grundgesetz-Navi? Und wenn’s ned passt, kriegen’s keine Plakette – dann dürfen’s höchstens noch auf dem Volksfestparkplatz ihre Runden drehen.“

Über den Einstellungsstopp für Lehrer in Bayern: „Der ausgeglichene Haushalt ist wichtiger als die Ausbildung unserer Kinder. Bildung ist bei uns als Ressource vollkommen zu vernachlässigen, wir haben hier in Bayern unsere reichen Erdölvorkommen oder die seltenen Erden – das Straubinger Lithium ist weltbekannt, nicht zu vergessen die legendäre bayerische Hochseefischerei! Für die schwarze Null produzieren wir Bildungsnullen!“

Über Schule und Eltern: „Der Herr Justizminister Eisenreich zum Beispiel könnte juristisch prüfen lassen, ob man Eltern-WhatsApp-Gruppen von so Helikopter-Eltern nicht auch als Terrorzellen einstufen müsste.“

Über den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister: „Ich glaube, wenn der Habeck gesagt hätte: ,Die Luft in Bayern ist gut‘, dann hätte die Hälfte der bayerischen Bevölkerung erst mal das Fenster zugesperrt und wäre lieber erstickt, als dem grünen Gscheidhaferl da recht zu geben!“

Über Kulturförderung: „Sonst hören alle irgendwann nur noch Andreas Gabalier und dann ist das Ende wirklich nah. Es braucht Orte, wo sich junge Menschen treffen können, sonst kaufen sie sich zwei Kasten Bier, setzen sich in den Bauwagen in den Wald und sagen ,Die Ausländer, alle Scheiße, die Politiker sind alle Scheiße, die Erde ist eine Scheibe.‘“

Markus Söder als Ganove, der neue Bundesländer annektiert? Oder doch als strahlender Held mit Robben-Bratwurst-Semmel? Egal, Hauptsache in der Fastenpredigt gewürdigt – denn das war nicht immer so.

Zu CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner: „Schmal sind’s geworden, da verlieren Sie ja ihr Image als Mini-Strauß. Des war doch Absicht, oder? Aber vielleicht trainieren Sie auch für einen Surf-Versuch auf der berühmten Eisbachwelle, so im hautengen Neoprenanzug. Das wäre mal ein Wahlkampf-Foto?“

Zu Grünen-OB-Kandidat Dominik Krause: „Yo, Bro, Digger, yo. Ich hab’ ein Herz für Sie, aber falls Sie schon eine Siegesfeier geplant hätten – Tipp: Ich würde beim Getränkelieferanten sicherheitshalber eine Rücknahmegarantie aushandeln.“

Über Agrarpolitik: „Da hat der Bulldog anscheinend nur einen Gang: entweder Vollgas nach vorne oder Vollgas nach hinten. Zuerst wollte der Cem jede Kuh einzeln psychologisch betreuen lassen, und jetzt muss sie froh sein, wenn der Herr Landwirtschaftsminister Rainer sie nicht in Einzelhaft ohne Tageslicht steckt.“

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