SZ 02.01.2026
08:04 Uhr

(+) Deutscher Alltag: Wann sind wir?


Das Jahr 2026 wird mancherorts Verspätung haben, weil das vorausfahrende Jahr 2025 noch nicht angekommen sein wird. Ein Rückblick mit Zukunft.

(+) Deutscher Alltag: Wann sind wir?

Es ist eindeutig noch zu früh, von 2026 als von „diesem“ Jahr zu schreiben. Gerade sind mal ein paar Tage vergangen, die nicht mehr 2025 im Nachnamen tragen. Das verflossene Jahr war, globalindividuell gesehen, unerquicklich und in erster Linie dazu nutze, eine Verbindung zwischen 2024 und 2026 herzustellen. Es begann mit Trumps Amtseinführung in einer Weise, dass man ihm, dem Jahr und dem Senilopräsidenten, gerne „Schweig, Schweinchen“ empfohlen hätte, hätte man damals schon gewusst, dass dies der Umgangston des Jahres werden würde. Es endete nicht besser, was zumindest bei mir dazu führt, dass selbst ich, der ich geboren wurde, um zu lesen, vieles nicht mehr lese. Der hundertundelfte Aufsatz über die Motivation des AfD-Wählers als solcher oder über die Wurzeln des linken Antisemitismus ist immer noch wichtig. Aber es ist eben auch mindestens redundant, wenn man denen, die ohnehin jeden Sonntag in die Kirche gehen, besonders intensiv das Evangelium predigt, ohne die anderen, die Nichtkirchgänger, mit diesem Evangelium überhaupt zu erreichen. 2025 war ein Jahr, in dem sich die Insassen diverser Kirchen ihre Evangelien gegenseitig um die Ohren schrien. Viele kamen sich dabei gut vor.

Von wegen „Dry January“: Der Alkoholkonsum unter jungen Menschen sinkt ganzjährig, immer mehr entdecken die Nüchternheit als spannendes Neuland.  Die neue Kultur des Weniger-Trinkens hat vielleicht auch mit einer anderen Droge zu tun.

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