SZ 18.02.2026
11:59 Uhr

(+) Deutsche Bahn: Cyberangriff legt App und Website der Bahn lahm


Die Deutsche Bahn ist einer massiven Cyberattacke ausgesetzt. App und Website haben zwei Tage lang teilweise nicht funktioniert. Eine endgültige Entwarnung gibt es noch nicht.

(+) Deutsche Bahn: Cyberangriff legt App und Website der Bahn lahm

Die Deutsche Bahn (DB) ist einem großangelegten Cyberangriff ausgesetzt - mit Auswirkungen auf die Buchungs- und Auskunftssysteme des Konzerns. „Das Ausmaß ist erheblich“, teilte das Staatsunternehmen mit. „Die aktuelle Attacke ist gezielt auf die DB gerichtet und ist in Wellen erfolgt.“ Ziel des Angriffs seien die IT-Systeme. Die Abwehrmechanismen griffen aber. Kundendaten seien nicht geklaut worden, betonte ein Sprecher.

Die Angriffe begannen demnach bereits am Dienstagmittag. Ab dem Nachmittag kam es dann zu Beeinträchtigungen für die Kunden. Wer etwa über die Kanäle der Deutschen Bahn eine Fahrkarte buchen oder eine Verbindung suchen wollte, kam nicht weit. Anstelle der Fahrtinformationen kamen Fehleranzeigen. Betroffen waren sowohl die Buchungsapp „DB-Navigator“ als auch die Internetseite bahn.de.

Auch am Mittwoch kam es zu Einschränkungen. Am Nachmittag funktionierten die Systeme vorerst wieder, hieß es. Dass weitere Angriffswellen folgen könnten und es erneut zu Einschränkungen für Nutzerinnen und Nutzer kommen kann, schließt die Bahn allerdings nicht aus. Die wellenartigen Attacken sind auch der Grund dafür, warum das Wiederherstellen der Systeme so lange dauert.

Dem Konzern zufolge handelt es sich bei dem Cyberangriff um eine sogenannte DDoS-Attacke gegen die IT-Systeme der Bahn. Dabei schicken Tausende gekaperte Computer oder Geräte gleichzeitig so viele Anfragen an eine Website oder eine App wie den „DB Navigator“, dass diese in die Knie gehen. Für die Nutzer sieht das so aus, als sei die Seite offline, obwohl sie technisch nicht zerstört wurde. Ziel solcher Angriffe ist es meist, Unternehmen oder Behörden zu erpressen, zu sabotieren oder politisch unter Druck zu setzen.

Woher der Angriff kam, ist offen. Laut Bild sei die Attacke aus Russland gekommen. „Zu Spekulationen über Hintergründe werden wir uns nicht äußern“, teilte die Bahn dazu mit. Oberste Priorität hätten nun der Schutz der Kundendaten sowie die Verfügbarkeit der Auskunfts- und Buchungssysteme.  Cyberangriffe auf große Unternehmen wie die Bahn sind nicht ungewöhnlich. Die meisten können aber abgewehrt werden, sodass Kundinnen und Kunden nur selten etwas merken. Im Mai 2017 richtete sich der Cyberangriff „WannaCry“ gegen Hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern. Betroffen waren auch mehrere hundert Rechner bei der Bahn. Es kam unter anderem zu Beeinträchtigungen bei den Anzeigetafeln.

Die Deutsche Bahn wollte unbedingt geheim halten, wie viel sie für die Image-Kampagne mit Anke Engelke ausgegeben hat. Das hat nicht geklappt.

Andere Verkehrssysteme waren ebenfalls Opfer von Angriffen. Im August 2024 war etwa die Deutsche Flugsicherung von einem Angriff betroffen. Diese Attacke ordneten die Ermittlungsbehörden dem russischen Militärgeheimdienst GRU zu. Auch im jüngsten Bundestagswahlkampf soll es zu hybriden Angriffen aus Russland gekommen sein, um die Wahlen zu beeinflussen. Im Dezember hatte die Bundesregierung deshalb den russischen Botschafter einbestellt.

Bei der Bahn wogen allerdings zuletzt analoge Angriffe auf die Infrastruktur deutlich schwerer. Wegen durchtrennter Bahnkabel war etwa im vergangenen September eine zentrale Verbindung zwischen Düsseldorf und Köln stark beeinträchtigt. Rund eine Woche vorher hatte ein Brandanschlag auf ein Stellwerk bei Hannover für Verspätungen bei Hunderten Fernzügen gesorgt. Zehntausende Fahrgäste waren betroffen. Große Auswirkungen hatte im August wiederum ein Brandanschlag auf Kabel auf der Strecke Duisburg-Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Die beschädigten Kabel sorgten für Störungen im Nah- und Fernverkehr. Betroffen waren die ICE-Linien nach Berlin und Frankfurt am Main ebenso wie die Verbindungen in Richtung Norddeutschland, Süddeutschland und in die Niederlande.

Zu viel Schnee, zu viel Frost: Die Deutsche Bahn kann den versprochenen Termin für die Wiedereröffnung der Strecke nicht einhalten. Und wie lange es noch dauert, ist offen.

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