Der Rückzug von Bärbel Bas hat am Montag Fragen aufgeworfen, die weit über ihre eigene Anhängerschaft hinausgehen. Auch wenn man mit ihren politischen Entscheidungen weiß Gott nicht immer einverstanden war, verkörperte sie eine besondere Qualität unseres politischen Systems: Man kann es in der Bundesrepublik auch aus entlegenen Ecken der sozialen Welt nach oben schaffen. Bärbel Bas, Duisburgerin, Tochter eines Busfahrers, zunächst Hauptschulabschluss, Bürogehilfin bei den Verkehrsbetrieben, nach der Weiterbildung Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse, und so weiter – endlich mal nicht die typische Karriere einer Politikerin, die nichts kennt außer den Betrieb der parteinahen Stiftungen und eben der Parteien selbst. Es gibt, glaubt man uns, den Medien, Podcastern und sozialen Netzwerkern, diese Sehnsucht nach Menschen mit einem besonderen Lebensweg, mit Erfahrungen und Erkenntnissen, die sich eben nicht nur auf Parteiarbeit und Hochschule beschränken, oder? Nein, doch nicht?
