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05.03.2026
11:38 Uhr
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„In diesen Zeiten“ sei Literatur unverzichtbarer denn je, behauptet Wolfram Weimer – um dann drei Buchhandlungen von einer Preisliste zu schmeißen. Warum das der falscheste Ort für Terrorabwehr ist.

Hanser-Verleger Jo Lendle ist Vorsitzender des Verlegerausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Imago/Laurent Denimal
Wie bitte? Der Kulturstaatsminister lobt einen Preis aus, setzt eine unabhängige Jury ein – und verwirft dann deren Auswahl? Seit 2015 zeichnet der Deutsche Buchhandlungspreis jährlich die besten unabhängigen kleinen und mittleren Buchläden des Landes aus. In der aktuellen Ausschreibung erinnerte Wolfram Weimer so schön wie richtig an die Bedeutung von Buchhandlungen und kam zu dem Schluss, gerade „in diesen Zeiten“ seien Bücher und Literatur unverzichtbarer denn je und „die Freiheit des Wortes eines der höchsten Güter unserer demokratischen Gesellschaft, das wir um jeden Preis erhalten und schützen müssen“. Keine Einwände.
Der Göttinger Buchladen „Rote Straße“ sollte den Deutschen Buchhandlungspreis bekommen. Doch wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ strich Wolfram Weimer ihn von der Nominierungsliste. Mechthild Röttering, eine der Geschäftsführerinnen, fragt sich, ob sie je erfahren wird, warum.
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