SZ 27.02.2026
14:10 Uhr

(+) Debatte: Das freie Wort gilt auch für Dummköpfe


Israel, die Linke und die Kunst: Wollen wir nicht im Provinzialismus eines Wolfram Weimer versinken, sollten wir endlich akzeptieren, dass hier jeder seine Meinung äußern darf. Das eigentliche Problem dieses ewig währenden Konflikts liegt woanders.

(+) Debatte: Das freie Wort gilt auch für Dummköpfe
Propalästinensische Flaggen bei einer Demonstration in Ottawa. (Foto: Justin Tang/AP)

Dass große Teile des internationalen Kunst- und Kulturbetriebs, darunter einige der besten, klügsten und eigenwilligsten Künstler, den Staat Israel ablehnen und bekämpfen; dass sie zum Boykott der Waren und der Menschen aufrufen und, seit dem Massaker der Hamas und dem Krieg der Israel Defense Forces, der darauf folgte, das Geschehen in Gaza einen Völkermord nennen und jeden, der das differenzierter betrachten möchte, einen Mittäter und Mitschuldigen: Das beweist nicht unbedingt, dass all diese Gegner Israels auch Antisemiten wären, Judenhasser, böse Menschen (auch wenn manches dafürspricht). Und schon gar nicht zeugt es davon, dass diese Menschen ein besonderes Interesse am Volk der Palästinenser hätten, an dessen Eigenart, Tradition oder gar an der Geschichte, die eine Geschichte von Kolonisation und Fremdherrschaft war, seit die osmanischen Türken das Land im Jahr 1516 erobert hatten.

Bei der Tagung „World in Pieces“  erörtern Top-Intellektuelle die Multikrise des Westens – ausnahmsweise nicht unter Ausschluss des politischen Gegners: der reaktionäre Tech-Philosoph Curtis Yarvin darf in schönster Umgebung seine Verachtung der Demokratie erklären.

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