SZ 11.02.2026
16:38 Uhr

(+) Comedy: Geht ein mieser Typ zum Arzt


Der US-Komiker Louis C. K. stürzte 2018 wegen sexueller Belästigung ab, heute tritt er wieder in den großen und ganz großen Hallen auf. Ein Besuch im Londoner Hammersmith Apollo zeigt, warum.

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„Ich habe kürzlich einen Aids-Test gemacht.“ Das Publikum lacht, noch zögerlich, es ist der erste der Satz des Abends, noch nicht mal ein Witz, aber das Thema schon mal vielversprechend unangenehm. „Ich hatte zwar schon ewig keinen Sex mehr, aber ich wollte in diesen Zeiten einfach mal wieder eine gute Nachricht hören.“ Lauteres Lachen, ein Reflex, da ist er wieder, Louis C. K., der unattraktive Clown, dem in Houellebecqs Kampfzone die Waffen fehlen, der einsame Komiker, der auf diesem erbarmungslosen Dating-Markt da draußen eh keine Chance hat. Sein Verweis auf „diese Zeiten“ öffnet nebenbei zart die Möglichkeit, dass sein neues Programm nicht nur Alltagserfahrungen thematisiert, sondern universeller angelegt ist. Früher – und vielen im Hammersmith Apollo in London geht es an diesem Abend Anfang Februar darum: um früher – hat er den Zeitgeist gut geröntgt in seinen Anekdoten. Allerdings wurde irgendwann jede noch so nebensächliche Äußerung von ihm als scharfe Analyse der politischen und sozialen Verhältnisse interpretiert, ob sie wollte oder nicht (vgl. Harald Schmidt).

Ricky Gervais, globaler Superstar der Comedy und sonst in riesigen Hallen oder auf Netflix zu sehen, erprobt neues Material in einem kleinen Theater in London. Was soll man sagen: Gut, den Typen mal bei der normalen Arbeit zu sehen.

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