Kann der VfL Wolfsburg noch gewinnen?
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06.12.2025 17:44 Uhr |

Kann der VfL Wolfsburg noch gewinnen?
Fußballspiele des VfL Wolfsburg waren zuletzt ähnlich attraktiv wie strapaziöse Kaffeekränzchen bei den Schwiegereltern. Am Samstagnachmittag aber fand die Wölfe-Familie wieder Gefallen aneinander. Im Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin beendete das Team von Interimscoach Daniel Bauer eine sechswöchige Negativserie, gewann 3:1 (2:0) und zeigte dabei, tatsächlich, ein ansehnliches Fußballspiel.
Steffen Baumgarts Unioner wirkten nach den bitteren Heimniederlagen in der Liga gegen Heidenheim (1:2) und im Pokal gegen den FC Bayern (2:3) abgekämpft. Und Wolfsburg nutzte diese Erkenntnis früh im Spiel aus: VfL-Mittelstürmer Mohammed Amoura nutzte den freien Raum und schickte seinen Angriffskollegen Patrick Wimmer auf die Reise, der den Ball aus etwa 13 Metern gegen die Bewegung von Berlins Keeper Frederik Rönnow flach im linken Toreck versenkte (10.). Nach einer halben Stunde ließ sich Amoura – abermals mit reichlich Platz ausgestattet – von VfL-Außenverteidiger Sael Kumbedi bedienen, ehe er den Ball per Umweg über die Lattenunterkante zum 2:0 ins Kreuzeck hämmerte. Lovro Majer erhöhte nach Zuspiel von Christian Eriksen nach der Pause auf 3:0 (59.). Nach Stanley Nsokis 1:3 (68.) erwachte die Baumgart-Elf, doch diese Wandlung kam zu spät.
Kurios: Wolfsburgs Konstantinos Koulierakis zog in der 90. Minute Berlins Andrej Ilic im Strafraum das Trikot über den Kopf (also, er zog ihm das Trikot tatsächlich aus) und verursachte einen Elfmeter. Doch Union-Abwehrmann Leopold Querfeld scheiterte, nachdem er unter der Woche zweimal gegen Manuel Neuer erfolgreich war, mit dem fälligen Strafstoß an VfL-Torwart Kamil Grabara.
Wieder keine Punkte für die Unioner, die nun nach einer strapaziösen Woche sechs Tage Zeit haben für die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Leipzig am Freitag – und womöglich für die ein oder andere Kaffeepause.
Wird Sandro Wagners Nachfolger zum Augsburger Weihnachts-Baum?
Ein Baum im Advent sollte es also sein für den FC Augsburg: Manuel Baum, Fußballübungsleiter und seit Samstag jener Mann, der den Bundesligisten interimsmäßig in besinnlichere Zeiten führen soll als zuletzt der glücklose Sandro Wagner. Und das gelang Rückkehrer Baum – reichlich überraschend – durch einen 2:0 (2:0)-Heimsieg seiner Elf gegen den Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen.
Wobei, zumindest die Statistiker hatten eine Vorahnung: Dem Zahlenwerk zufolge hatte die Bayer-Elf in der vergangenen und auch in der laufenden Bundesligaspielzeit nie gewonnen, wenn Grimaldo in der Startelf fehlte. Und der Edeltechniker der Leverkusener saß verletzungsbedingt nicht einmal auf der Bank. Er konnte nicht eingreifen, als FCA-Verteidiger Keven Schlotterbeck in Minute sechs per Steilpass die gesamte Leverkusener Mannschaft überspielte und seinen Teamkollegen Dimitrios Giannoulis in Szene setzte. Der lief unbedrängt auf Bayer-Keeper Mark Flekken zu und schoss den Ball ins Tor. 20 Minuten später avancierte der Schütze zum Vorbereiter, flankte auf Anton Kade, der zum 2:0 einköpfelte (28.)
Davon erholte sich die Werkself nicht mehr – auch wenn bei Bayer noch drei Aluminiumtreffer hinzukamen – und so kam es, dass Manuel Baum 2435 Tage nach seinem letzten Engagement als Cheftrainer des FCA die erfolgreiche Wiederkehr gelang. Von 2016 bis 2019 hatte er es auf eine Bilanz von 0,85 Punkten pro Spiel gebracht, Wagners Punkteschnitt lag in zwölf Partien bei 0,80. Nach Spiel eins liegt Baum nun bei 3,0.
Wann wird St. Pauli rekordverdächtig schlecht?
Vorerst gar nicht. Zwölf Niederlagen in Serie sind Bundesligarekord (Fürth in der Saison 2021/22), zehn hätte St. Pauli in Köln gesammelt. Wenn, ja, wenn Ricky-Jade Jones nicht mit dem Hinterkopf (!) in der vierten Minute der Nachspielzeit (!) mit dem ersten St.-Pauli-Torschuss der Partie (!!) den Ball noch ins Kölner Tor bugsiert hätte. Niederlagenserie abgewendet, Sieglosserie bleibt. Aber da steht der Bundesligarekord bei 31 Spielen, gehalten, natürlich, von Tasmania Berlin.
Wann endet der Hype um Saïd El Mala?
Vorerst gar nicht. Wie der kölsche Blitz sprintete der 19-Jährige nach einer Ecke des FC St. Pauli über den ganzen Platz, war weder fair noch unfair aufzuhalten, und versenkte souverän mit seinem unverschämt starken rechten Fuß zum 1:0. Das schönste Tor des Tages. Mal wieder.
Auf der Ostalb brennt noch Licht
Heidenheim feiert seinen Hoffnungs-Schimmer. Schon an der Alten Försterei traf Stefan Schimmer in der Nachspielzeit zum Sieg, diesmal nutzte er einen fatalen Fehlpass des Freiburgers Anthony Jung zum späten Siegtreffer. Es war sein viertes Tor in dieser Saison, alle nach Einwechslung. Zuvor hatte der ewige Patrick Mainka den Ausgleich im Duell der Klubs, die nie ihre Trainer feuern, erzielt. Heidenheim bestätigt damit eine alte Regel: Je ungemütlicher das Wetter, desto stärker wird das Team von Frank Schmidt.
Aus der Reihe: Spieler, die man sonst noch so im Blick haben sollte
Johan Manzambi ist ein Kicker aus einem badischen Wunschtraum. Ausgebildet in der benachbarten Schweiz bei Servette Genf, allerdings schon in der Jugend zum Sportclub gewechselt. Dort spielte er sich, wie es Christian Streich gutheißen würde, brav über die zweite Mannschaft in die erste hoch. In dieser Saison ist er der Spieler der Stunde im Breisgau.
Schon gegen den FC Bayern gelang ihm ein Tor, beim 2:6 in der Arena konnte er aber sonst nur noch das Trikot von Harry Kane abstauben. Eine Woche später war der zentrale Mittelfeldspieler dann beim 4:0 gegen Mainz schon der beste Mann auf dem Platz. In Heidenheim erzielte er das zwischenzeitliche 1:0, sein Schuss war unhaltbar abgefälscht, aber auch davon abgesehen überzeugte der 20-Jährige. Bis zu seiner Auswechslung in Minute 67 war Freiburg die bessere Mannschaft.
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