Auf seinem ersten Parteitag als Premier hat Andy Burnham eine hochemotionale Rede gehalten, über die danach sofort gestritten wurde. Die einen sagten, sie sei eine der besten in der Geschichte der Labour-Partei gewesen. Die anderen hielten sie für die allerbeste. Berührt waren sie alle von ihrem weinenden Vorsitzenden. Das Publikum auf einem Parteitag nun ist per definitionem nicht unparteiisch. Außerhalb der Hallen in Liverpool findet sich auch eine andere Wahrnehmung. Das britische Volk, das dank seiner Brexit-Schlacht 2016 als einer der Erfinder der modernen Gesellschaftsspaltung gelten darf, ist so zerrissen wie mittlerweile der Rest der demokratischen Welt. Die rechtspopulistischen Kommentatoren – sowohl die beruflichen in den traditionellen Medien als auch die sich dazu berufen fühlenden in den sozialen – ätzen wie erwartet.
