SZ 09.12.2025
10:31 Uhr

(+) Automobilindustrie: Milan Nedeljković wird neuer BMW-Chef


Oliver Zipse tritt im kommenden Frühjahr beim Münchner Autokonzern ab. Schon jetzt ist klar, wer ihm nachfolgt: ein Mann mit Erfahrung in der Produktion und langer Geschichte bei BMW.

(+) Automobilindustrie: Milan Nedeljković wird neuer BMW-Chef
Kennt so ziemlich alle Winkel bei BMW: Der designierte Konzernchecf Milan Nedeljković. (Foto: Ute Grabowsky/imago/photothek)

Der Münchner Autokonzern BMW bekommt einen neuen Chef: Milan Nedeljković rückt im kommenden Mai aus dem Vorstand auf und übernimmt zur Hauptversammlung den Chefposten von Oliver Zipse. Das teilte der Konzern am Dienstagvormittag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Dass demnächst ein Wechsel an der BMW-Spitze ansteht, war bereits seit einigen Monaten klar – nun hat sich der Konzern mit dem bisherigen Produktionsvorstand auch auf den künftigen Chef festgelegt.

Nedeljković übernimmt BMW in einer Phase heftiger Umbrüche: Die Zeit der Verbrennermotoren neigt sich dem Ende zu, das Geschäft mit E-Autos aber läuft bisher nicht wie erhofft. Hinzu kommen die schwächelnde Konjunktur und die neue Konkurrenz auf dem weltgrößten Automarkt China, die Zoll-Eskapaden der US-Regierung unter Donald Trump und weitere Verwerfungen in den weltweiten Geschäftsbeziehungen.

Unter diesen Vorzeichen hatte sich BMW zuletzt allerdings noch vergleichsweise gut gehalten. Anders als etwa Porsche oder Audi verfügen die Münchner über ein eigenes großes Werk in den USA und sind deshalb von den Zöllen unter dem Strich deutlich weniger betroffen als andere Hersteller. Auch gab es in der jüngeren Vergangenheit keine teuren Strategieschwenks oder großen Sparprogramme. Und der Konzern hat mit dem Elektro-SUV iX3 gerade auf der Automesse IAA das erste Modell seiner „Neuen Klasse“ von modernen E-Modellen präsentiert, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen soll. Trotz dieser Erfolge leiden aber auch bei BMW die Zahlen, vor allem weil an Batterieautos deutlich weniger verdient wird als an Benzinern oder Dieseln.

BMW will mit der Neuen Klasse eine ganze Fahrzeuggeneration überspringen und die modernsten E-Autos bauen. Eine erste Testfahrt im neuen BMW iX3 xDrive 50 zeigt, wie groß der Fortschritt tatsächlich ist.

Nedeljković ist seit 2019 Produktionsvorstand – schon damals war er Zipse auf diesem Posten gefolgt. Bereits zuvor hatte der gebürtige Serbe das Unternehmen in allen Winkeln kennengelernt: Schon sein ganzes Berufsleben lang arbeitet er für BMW, seit mehr als 30 Jahren. Nach dem Maschinenbaustudium in Aachen und in Cambridge fing er Anfang der Neunzigerjahre im Konzern an und ging schnell in die Produktion. Es folgten Jobs in vielen europäischen Werken, zuletzt war Nedeljković so unter anderem Leiter des Münchner Stammwerks und verantwortete die Qualität im Konzern.

Neben Nedeljković galt auch Entwicklungsvorstand Joachim Post als möglicher Nachfolger an der BMW-Spitze. Dass der Produktionsvorstand aufrückt, hat allerdings eine gewisse Tradition in München: Nicht nur Zipse hatte diesen Posten, auch seine Vorgänger Harald Krüger und Norbert Reithofer brachten Erfahrung aus den Werken mit.

In seinem neuen Job wird sich Nedeljković vor allem darum kümmern müssen, den Wandel in der Produktpalette weiter voranzutreiben – und dabei wieder mehr Geld zu verdienen. So sank die Marge von BMW zuletzt deutlich unter die Marke von sechs Prozent. Sehr viel Zeit wird der neue Chef aber wohl nicht haben: Eigentlich galt bei BMW bisher intern eine Altersgrenze von 60 Jahren für Vorstände, wenn er im Mai übernimmt, wird Nedeljković bereits 57 sein. Allerdings hatte Zipse mit Blick auf die Entwicklung und den Marktstart der neuen E-Modelle auch eine Verlängerung erhalten, er tritt nun mit 62 ab.

BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter lobte Nedeljković am Dienstag für „strategischen Weitblick“, große Umsetzungsstärke und unternehmerisches Denken. „Er steht für klare Fokussierung im Umgang mit Ressourcen – seien es ökonomische oder ökologische“, hieß es. Auch die Arbeitnehmerseite äußerte sich erfreut: Der bisherige Produktionsvorstand genieße „hohes Ansehen und Vertrauen in der Belegschaft von BMW“.

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