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05.12.2025
12:45 Uhr
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Baustellen können die Fahrt enorm in die Länge ziehen. Dafür soll in Italien künftig zumindest ein Teil der Maut rückerstattet werden. Allerdings nicht von sofort an und vielleicht auch nicht für alle.

Eine Mautstelle auf der Autostrada zwischen Mailand und Varese, der ersten modernen Autobahn der Welt. (Archivbild aus dem Sommer 2024). (Foto: Christoph Sator/dpa)
Wer in Italien künftig auf einer gebührenpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle zu lange im Stau steht, kann Geld zurückbekommen. Die zuständige Verkehrsbehörde in Rom hat festgelegt, dass bei deutlicher Überschreitung der normalen Fahrzeit ein Teil oder sogar die gesamte Summe der gezahlten Maut zurückerstattet werden muss. Die neue Regelung trete nicht unmittelbar in Kraft, aber rechtzeitig vor der nächsten sommerlichen Reisewelle im Juni 2026. Im Dezember 2026 solle das System dann komplett einsatzbereit sein, auch für Strecken, an denen mehrere Betreiber beteiligt sind.
Die Entschädigung soll über eine App beantragt werden können, in der alle Betreiber von privaten Autobahnen zusammengeschlossen sind. Betroffene sollen bereits Geld zurückbekommen, wenn ihre Fahrt auf einer Strecke von bis zu 50 Kilometern zehn Minuten länger dauert als üblich. Bei längeren Strecken soll es ab einer Verspätung von 15 Minuten eine Erstattung geben. Bei einer Verspätung von mindestens drei Stunden infolge von Staus muss die gesamte Maut erstattet werden.
Die Höhe der Entschädigung soll von den Betreibern selbst festgelegt werden. Dazu gibt es aber Vorgaben der Behörden. Details zur geplanten Umsetzung wurden zunächst nicht bekannt. Allerdings müssen Betreiber erst dann zahlen, wenn der von ihnen zu erstattende Betrag über einem Euro liegt.
Unklar war zunächst außerdem die für Touristen wesentliche Frage, in welchem Umfang auch ausländische Autofahrer von der Neuregelung profitieren können.
Keine Erstattung, egal für wen, soll es geben, wenn es sich um sogenannte Notfall-Baustellen handelt oder auch bei Unfällen und wetterbedingten Störungen. Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnete den Beschluss als „Wendepunkt“ für die Umsetzung von Rechten von Autofahrern. Hingegen äußerte der italienische Verbraucherschutzverband Kritik an der Umsetzbarkeit: Es sei „offensichtlich, dass es jahrelang keine echten Strafen für die geben wird, die den Nutzern einen schlechten Service bieten“.
Insgesamt gibt es in Italien etwa 7000 Kilometer Autobahnen. Für den allergrößten Teil fallen Mautgebühren an. Italien nimmt für sich auch in Anspruch, die weltweit älteste Autobahn zu haben: Die 50 Kilometer lange Strecke zwischen Mailand und Varese wurde 1924 in Betrieb genommen.
Besser nicht. Denn dann kann es erst recht teuer werden. Zudem gibt es in Italien Regeln, die deutsche Autofahrer oft nicht kennen. Ein Überblick.
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