SZ 21.01.2026
13:19 Uhr

(+) Australian Open: Zverev beißt sich durch in Runde drei


Alte Schwächen, körperliche Probleme: Alexander Zverev muss hart für seinen Sieg gegen den Franzosen Alexandre Müller kämpfen. Dafür wartet nun ein Gegner auf den Deutschen, der ihm liegt.

(+) Australian Open: Zverev beißt sich durch in Runde drei
„Das war ein Match auf höchstem Niveau“: Alexander Zverev. (Foto: Paul Crock/AFP)

Mit einem Ass beendete Alexander Zverev sein Match, kurz fletschte er die Zähne. Das war harte Arbeit, sollte das heißen. Mit 6:3, 4:6, 6:3, 6:4 hatte sich der beste deutsche Tennisprofi am Mittwochabend gegen den Franzosen Alexandre Müller behauptet, beim Sandplatzturnier in Hamburg im vergangenen Sommer hatte er noch gegen den 52. der Weltrangliste verloren. Bei diesen Australian Open in Melbourne, auf Hartplatz gespielt, musste er länger als drei Stunden kämpfen, um in die dritte Runde beim ersten Grand-Slam-Event des Jahres einzuziehen.

„Das war ein Match auf höchstem Niveau“, sagte er danach, er habe sogar Spaß gehabt. In seiner nächsten Partie trifft der Weltranglistendritte auf den Briten Cameron Norrie, der Linkshänder liegt ihm. Von sechs Duellen verlor er keines bislang. Zverev ist der letzte verbliebene deutsche Mann in der dritten Runde. Yannick Hanfmann wehrte sich am Mittwochmittag in Melbourne zwar tapfer gegen den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz, unterlag aber mit 6:7 (4), 3:6, 2:6. Die Matchdauer von 2:45 Stunden zeugte von der verbissenen Gegenwehr des 34 Jahre alten Karlsruhers.

Es war ein mühevoller Sieg für Zverev, mehrmals machte er in seinem Spiel einen wackligen Eindruck. Vor allem verfiel er wieder phasenweise in alte Muster, stand zu weit hinter der Grundlinie, agierte zu passiv. Die Folge: Nachdem er das Match unter Kontrolle zu haben schien, ließ er Müller wieder zurück in die Partie, der prompt den zweiten Satz erbeutete. Zverevs Körpersprache strahlte auch nicht Zuversicht aus, er haderte viel. Im dritten Satz schaffte Zverev gerade noch rechtzeitig vor einer längeren Unterbrechung wegen eines Regengusses (das Dach wurde geschlossen) ein Break zum 4:2, gewann also Müllers Aufschlagspiel, und als die beiden nach 37 Minuten ihr Duell fortsetzen, war die Partie eine völlig einseitige.

Zverev diktierte die Ballwechsel, die Vorhand funktionierte dabei vorzüglich als Schalthebel. „Man denkt, es ist ein anderes Spiel“, sagte Boris Becker als Eurosport-Kommentator. Knifflig wurde es für Zverev ab 2:1 im vierten Satz, der Fuß bereitete ihm Probleme. Bei 3:2 ließ er sich vom Physiotherapeuten behandeln. „Ich nahm ein Schmerzmittel und hatte ein bisschen Angst, es stach mal kurz unten rein“, sagte er beim Interview auf dem Platz. Es handele sich aber nicht um seinen „Paris-Fuß“. 2022 hatte er bei den French Open im rechten Knöchel einen siebenfachen Bänderriss erlitten.

Hanfmann, das sprach für seine Professionalität und wie sehr er als Spieler gereift ist, wollte sich nicht wegen seiner hervorragenden Leistung in Zufriedenheit suhlen. Er war mächtig enttäuscht. Zu gerne, sagte er, hätte er Alcaraz den ersten Satz „geklaut“, dann hätte er gerne gesehen, was möglich gewesen wäre. Lob vom namhaften Gegner erhielt er trotzdem. „Ich wusste, dass er großartig spielen wird, ich kenne sein Niveau. Es war trotzdem schwerer als gedacht am Anfang“, sagte Alcaraz: „Ich habe den Ball nicht so gespürt – und seine Bälle kamen wie eine Bombe. Deswegen bin ich froh, diesen schwierigen ersten Satz überstanden zu haben.“ Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger, der noch nie die Australian Open gewann, trifft nun auf den französischen Trickser Corentin Moutet.

Rücktrittsgedanken? Novak Djokovic, 38, redet lieber darüber, was ihn auf die alten Tage antreibt. Im Hintergrund gestaltet der erfolgreichste Spieler der Geschichte derweil sein Leben neu.

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