SZ 04.01.2026
14:56 Uhr

(+) Arte-Serie „Die Jahreszeiten“: Bittersüßer als Orangenmarmelade


Drei Jahrzehnte Leidenschaft und Herzschmerz: Die Miniserie „Die Jahreszeiten“ exerziert eine Dreiecksliebesbeziehung durch, mit der ganzen Kitschpower des französischen Fernsehens.

(+) Arte-Serie „Die Jahreszeiten“: Bittersüßer als Orangenmarmelade
Die Liebes- und Lebenserfahrung des amourösen Dreiergespanns Alexandre (Lucas Bravo), Martin (Abraham Wapler, oben) und Camille (Stéphane Caillard) kann man an ihrem sehr wissenden Blick ablesen. (Foto: Julien Vallon/Arte)

Im Laufe des Lebens hat die Sehnsucht zwei Richtungen. Wenn man jung ist, sehnt man sich nach dem, was noch kommen wird. Wenn man älter wird, sehnt man sich nach dem, was nicht mehr kommen wird. Was hätte kommen können. Die zweite, erwachsene Sehnsucht ist trostloser als die erste, weil sie nicht mehr mit Hoffnung, sondern nur noch mit Wehmut verbunden ist. Das allgemeine Dogma lautet: Es gilt sie zu verwalten, zu ertragen, zu überwinden. Danach kommt, hört man, im Erfolgsfall die Phase der späten Zufriedenheit, bevor es dann an den letzten, großen Verwaltungsakt geht: das Sterben. Jene, die sich in ihren unerfüllten Sehnsüchten und in der Verbitterung über geplatzte Illusionen einrichten, anstatt sie abzuschütteln, gelten eher als gescheitert.

Zehn Jahre lang war „Stranger Things“ die Netflix-Serie schlechthin. Das Ende begann sich zu ziehen. Zum großen Finale in Hawkins deshalb ein erleichtertes: Lebewohl.

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