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18.01.2026
14:06 Uhr
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Die Soldaten waren am Freitag auf der Insel eingetroffen, zusammen mit Kameraden aus anderen europäischen Staaten. US-Präsident Trump, der einen Anspruch auf Grönland erhebt, reagierte darauf mit Zolldrohungen.

Das Erkundungsteam der Bundeswehr zieht heute wieder aus Grönland ab. Die 15 Soldaten verlassen die Arktisinsel mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen, wie ein Sprecher des operativen Führungskommandos der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte „Bild“ berichtet.
Die Soldaten waren am Freitag auf der Insel eingetroffen, zusammen mit Kameraden aus anderen europäischen Staaten. US-Präsident Trump, der einen Anspruch auf Grönland erhebt, reagierte darauf mit Zolldrohungen.
Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr erklärte am Sonntag: „Das Erkundungsergebnis ist so, dass alle zufrieden sind und in Deutschland nun die Auswertung vorgenommen wird.“ Der Einsatz sei nicht etwa abgebrochen worden. „Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden.“
Erst am Samstag hatte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr erklärt, dass noch nicht absehbar sei, wie lang der Aufenthalt dauern werde.
Im Streit um Grönland hatte US-Präsident Donald Trump am Samstag Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angekündigt. Sie sollen ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen und ab dem 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Aufgehoben werden sollen sie, wenn ein Abkommen zustande kommt, das den USA den Kauf der strategisch wichtigen und an Rohstoffen reichen Insel ermöglicht.
Die Bundeswehrsoldaten sollten auf Grönland Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, hatte ein Ministeriumssprecher gesagt. Das deutsche Team besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Die Erkundungsmission wird von Dänemark angeführt, zu dem die größtenteils mit Eis bedeckte Insel gehört.
Nach Trumps Drohungen und nach dem Abzug der Soldaten aus Grönland ließ die Bundesregierung ein Statement der beteiligten Länder (Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien) verbreiten. Darin heißt es:
„Als Alliierte der Nato sind wir der Stärkung der Sicherheit in der Arktis verpflichtet. Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse. Die von Dänemark koordinierte Übung ,Arctic Endurance', welche gemeinsam mit Alliierten durchgeführt wird, ist eine Antwort auf die Notwendigkeit größerer Sicherheit in der Arktis. Die Übung stellt für niemanden eine Bedrohung dar. Wir stehen in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Aufbauend auf dem letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit in einen Dialog einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität. Wir stehen fest zu diesen Prinzipien. Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation. Wir werden weiterhin geeint und koordiniert reagieren. Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.“
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