SZ 07.12.2025
15:48 Uhr

(+) Antrittsbesuch: Das israelische Dilemma des Friedrich Merz


Der Bundeskanzler will sich in Jerusalem der deutschen Verantwortung stellen. Dann lässt ihn Ministerpräsident Netanjahu in fast jedem Punkt auflaufen.

(+) Antrittsbesuch: Das israelische Dilemma des Friedrich Merz
Ihre gemeinsame Pressekonferenz wurde für Bundeskanzler Friedrich Merz zur Qual: Benjamin Netanjahu widersprach ihm zu fast allem. (Foto: Ariel Schalit/AP/dpa)

Friedrich Merz kennt seine Sätze gut. Jeder davon ist ausführlich gewogen und für schwer genug befunden worden. Eben hat der Bundeskanzler sie nach einer Führung durch Yad Vashem ins Gästebuch der Gedenkstätte geschrieben. Nun aber muss er sie laut vorlesen. „Ich verneige mich vor den sechs Millionen Männern, Frauen und Kindern aus ganz Europa, die von Deutschen ermordet wurden“, beginnt Merz zu lesen, und bevor er den Satz zu Ende gebracht hat, bricht, für einen Moment nur, seine Stimme. Dann liest er weiter: „Weil sie Juden waren.“ Danach hält die Stimme und es hält sich auch der Kanzler. „Deutschland muss für die Existenz und die Sicherheit Israels einstehen“, liest er. „Das gehört zum unveränderlichen Wesenskern unserer Beziehungen, und zwar für immer.“

Die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann geriet nach einem Artikel der „Welt“ unter scharfe Kritik der israelischen Botschaft. Wie es dazu kam – und warum der Fall für eine beunruhigende Entwicklung im Nahost-Journalismus steht.

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