Max Privorozki, 62, ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle. Wenn eine Gemeinde in Deutschland weiß, wie lebensgefährlich der Hass auf Jüdinnen und Juden sein kann, dann ist es die von Privorozki. Vor sechs Jahren, am 9. Oktober 2019, wollte ein Rechtsextremist in die Synagoge eindringen, in der Privorozki und andere Jüdinnen und Juden an Jom Kippur zusammengekommen waren. Nur knapp haben sie den Anschlag überlebt, zwei Passanten wurden getötet. Für das Interview erreicht man den gebürtigen Ukrainer Privorozki auf dem Handy im Gemeindebüro mit den vielen Überwachungsbildschirmen. Viel Zeit habe er nicht, am Abend feiert die Gemeinde mit fast zweihundert Gästen den Beginn des jüdischen Lichterfests Chanukka.
