SZ 17.12.2025
10:13 Uhr

(+) Amtsgericht München: Nach Kokain-Affäre: Neubibergs Bürgermeister akzeptiert Strafbefehl


Der Rathauschef war im Herbst vor einem Club in München von der Polizei mit Kokain erwischt worden. Nun nimmt Thomas Pardeller eine Geldstrafe in Höhe von 11 400 Euro an – und will wieder für das Amt des Bürgermeisters antreten.

(+) Amtsgericht München: Nach Kokain-Affäre: Neubibergs Bürgermeister akzeptiert Strafbefehl
„Ich stehe zu meinem Fehler.“ Neubibergs Rathauschef Thomas Pardeller will den gegen ihn verhängten Strafbefehl nicht anfechten. (Foto: Claus Schunk)

Das Amtsgericht München hat gegen den Neubiberger Bürgermeister Thomas Pardeller einen Strafbefehl wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln erlassen. Gegen ihn wurde eine Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 190 Euro verhängt. Pardeller hat in einer persönlichen Stellungnahme erklärt, die Strafe anzunehmen und die insgesamt 11 400 Euro zu bezahlen. An seiner Kandidatur fürs Bürgermeisteramt hält der CSU-Lokalpolitiker fest. Der 37-Jährige war bei einer Polizeikontrolle im Oktober 2025 vor einem Münchner Nachtclub mit 0,06 Gramm eines Kokaingemisches aufgegriffen worden.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls zog sich Pardeller erst einmal von den Amtsgeschäften zurück. Er zeigte sich in einer öffentlichen Erklärung reumütig, verwies auf eine Lebenskrise wegen familiärer Belastungen und nahm sich einige Wochen Auszeit. Politisch signalisierten er und seine CSU-Parteifreunde in der Münchner Vorortgemeinde frühzeitig, dass ein Amtsverzicht kein Thema sei und Pardeller am 8. März auch für eine zweite Amtszeit antreten werde. Das bekräftigt der Bürgermeister auch jetzt. Erst Anfang Dezember übernahm er wieder die Geschäfte im Rathaus auf.

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Thomas Pardeller sagt nun nach der Entscheidung des Amtsgerichts: „Ich stehe zu meinem Fehler. Die Entscheidung des Gerichts werde ich daher akzeptieren und keinen Einspruch einlegen.“ Er sei der Justiz dankbar, dass sie das Verfahren geordnet und schnell zum Abschluss gebracht habe. Vor allem aber danke er den Neubibergerinnen und Neubibergern „für den Rückhalt und den Zuspruch“, den er in den vergangenen Wochen seit der Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte erhalten habe.

Diese Unterstützung sei für ihn ein „zusätzlicher Ansporn“, weiterhin die Themen voranzutreiben, die die Gemeinde beschäftigten. „Ich gehe gestärkt aus den für mich persönlich sehr lehr- und erkenntnisreichen Wochen hervor und konnte die nötige Energie sammeln, um die Herausforderungen unserer Gemeinde anzugehen. Aus diesem Grund werde ich erneut für das Amt des Ersten Bürgermeisters von Neubiberg kandidieren.“ Er werde sich in den verbleibenden Wochen seiner Amtszeit mit voller Kraft den Geschäften im Rathaus widmen und hoffe, so das Vertrauen der Bürger zu gewinnen.

Innerhalb der CSU und auch im Gemeinderat stieß der Umgang Pardellers mit der Kokain-Affäre zuletzt vermehrt auf Kritik. Forderungen wurden laut, er solle sich deutlicher zu persönlichen Konsequenzen und zu seiner Zukunft zu äußern.

Der Neubiberger Bürgermeister hat eingeräumt, mit Kokain erwischt worden zu sein. Was bedeutet das und was könnte es für Folgen haben? Ein Suchtmediziner, eine Drogenberaterin und ein Jurist beantworten die wichtigsten Fragen.

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