In jedem Spätsommer regt sich in einem Teil der deutschen Bevölkerung Unmut über den immer früher einsetzenden Weihnachtskonsum – meist dann, wenn man bei der Suche nach einem Sack Grillkohle im Discounter auf Dominosteine, Nikoläuse und fabrikfrischen Stollen stößt. Ähnlich groß ist der Unmut, wenn gefühlte Äonen vor dem ersten Advent in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen Buden, in denen ein Gebräu namens „Glühwein“ angeboten wird, die gewohnten Laufwege verstellen, Fanale für den Beginn einer langen Zeit der Pilzpfannen, sächsischen Räuchermännchen und „Last Christmas“-Loops. Dieser Furor über die sich zeitlich wie räumlich immer mehr ausdehnenden Kauf- und Verzehranreize unter dem Banner der Vorweihnacht ist selbst zu so etwas wie einem Teil des saisonalen Brauchtums geronnen.
